„Fonds soll Hebammen helfen!“

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Wie können insbesondere die freiberuflich tätigen Geburtshelferinnen unterstützt werden, die immer höhere Beiträge zur ihren Berufshaftpflicht-Policen zahlen müssen? Darüber beriet jetzt der Petitionsausschuss des Bundestages.

Mit einem Haftungsfonds sollte dem Problem steigender Haftpflichtbeiträge von Hebammen begegnet werden. So lautet die Forderung von Sabine Schmuck (Foto unten, links), die eine Petition an den Deutschen Bundestag richtete. Über ihre Eingabe beriet der Petitionsausschuss des Parlaments unter Vorsitz von Kersten Steinke (Foto unten, rechts) am Montag.

Schmuck ist seit 25 Jahren als „außerklinische, traditionelle Hebamme“ tätig. Der Beitrag für ihre Haftpflichtversicherung soll im nächsten Monat auf 5.091 Euro steigen. Fünf Jahre zuvor waren es noch 2.370 Euro.

Fonds ohne private Versicherer
Die steigenden Kosten zwingen viele freiberufliche Hebammen zur Aufgabe der Geburtshilfe, erwartet die Gründerin des Geburtshauses Ingolstadt. Schmuck: „Die freie Wahl des Geburtsortes gibt es schon lange nur noch auf dem Papier.“

Die politisch aktive Hebamme hält eine obligatorische Haftpflichtversicherung für ihren Berufsstand zwar für sinnvoll. Diese Funktion dürfe die Politik jedoch nicht dem freien Markt überlassen. Stattdessen plädiert sie für einen Haftungsfonds, „der nicht über privatwirtschaftliche Versicherungskonzerne läuft“.  

Arbeit an Lösung für Zukunft
Auf viel Skepsis traf dieser Vorschlag bei Ingrid Fischbach (Foto rechts, CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit. Die Bundesregierung habe dazu beigetragen, dass sich die Versicherungswirtschaft zumindest vorerst nicht aus dem Geschäftsbereich zurückzieht.

„Wir haben für eine Entwarnung bis 2016 gesorgt“, sagte Fischbach. Gleichzeitig kündigte sie an, weiter an einer Lösung für die Zukunft zu arbeiten. Die gesamte Sitzung des Petitionsausschusses können Sie in einem Video unter dem folgenden Link nachverfolgen. 


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Fotos: © Kzenon - Fotolia.comBundesministerium für GesundheitDeutscher Bundestag