Duell der Großmächte

Panorama Investmentfonds von Matthias Hundt


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Beide Geldgeber, die Zentralbanken der USA und Europas, haben Massen an Liquidität in den Markt gespült. Das beflügelte die Börsen – Geld schießt eben doch Tore –, erhöhte aber auch permanent das Risiko für den unausweichlichen Fall, dass der Geldhahn wieder zugedreht werden muss. Fed-Chefin Janet Yellen betonte im April bei ihrer zweiten Rede in ihrer neuen Funktion, dass die Richtung zwar stimme, das Ziel aber „zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar noch nicht erreicht“ sei. Dennoch drosselt die Fed weiter ihre Ankäufe von Staatsanleihen („Tapering“), bis Ende 2014 soll das „Quantitive Easing“ dann beendet sein. Eine anschließende Zinserhöhung könnte Mitte 2015 erfolgen. Könnte! Neben dem Arbeitsmarkt blickt Yellen nun verstärkt auf die Inflationsrate als Indikator für zukünftige Zinsentscheidungen. 

Mit der Inflation hat auch EZB-Chef Mario Draghi zu kämpfen, genauer: mit ihrem Ausbleiben. Jüngst wurden die Pläne für ein Ankaufprogramm für Staatsanleihen zur Deflationsbekämpfung bekannt. Seit Juni 2013 hat sich die Inflationsrate in Eu-ropa von 1,6 auf 0,7 Prozent im April 2014 abgesenkt, in Deutschland von 1,9 auf 0,9 Prozent. Es wird spekuliert, ob Draghi ein Ankaufprogramm in Billionenhöhe (!) startet oder die Leitzinsen noch einmal, auf 0,15 Prozent, absenkt. Als wahrscheinlich gilt eine Kombination aus einer weiteren Senkung des Leitzinses und einem Strafzins für Bankeinlagen bei der EZB.

Fazit: Beide Notenbanken spielen zinstechnisch am Limit und stehen vor der Herausforderung, den Geldhahn wieder zudrehen zu müssen, ohne den Aufschwung abzudrehen. Die Kapitalmärkte reagieren sensibel, der Dow etwas direkter auf Yellens Äußerungen als der Dax auf Draghis. Der Übergang von der Rezession in den Normalzustand ist von zu vielen Konjunktiven gesäumt, sodass nur eine Verlängerung bis ins nächste Jahr über einen klaren Punktvorteil entscheiden kann. Kein Tor nach 90 Minuten.

D – USA 1:0 

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