China verhindert Container-Reeder-Megafusion

Sachwerte von Markus Rieksmeier

Wegen eines Einspruchs von China haben die drei weltgrößten Container-Reeder Maersk, CMA CGN und MSC ihre geplante Megafusion gestoppt. Der abgesagte Deal belastet auch Wilhelmshaven, könnte aber Hapag-Lloyd vor Schlagseite schützen.

Die gescheiterte Container-Allianz lief unter der dem Projektnamen „P3“ und hatte von Seiten der EU bereits grünes Licht erhalten. Nicht aber von China. Der gescheiterte P3-Aspirant Maersk teilte der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit, der Deal sei gescheitert.

Das Veto gegen den Zusammenschluss habe das chinesische Handelsministerium ausgesprochen, weil er gegen die Regeln der chinesischen Fusionskontrolle verstoße. Hintergrund dieser Entscheidung dürfte die wirtschaftliche Lage der chinesischen Großreeder-Konkurrenten Cosco und China Shipping sein.

Wegen ruinös niedriger Frachtraten und massiver Unterbeschäftigung der Flotten haben die Container-Reedereien seit Beginn der Finanzkrise weltweit große Verluste eingefahren. Diese Einbußen wollten Maersk, CMA CGN und MSC - allesamt europäische Unternehmen - durch die P3-Fusion wenigstens eindämmen, um ihre Flotten halbwegs sicher durch die Krise zu bringen. Auf den Routen zwischen Europa und Asien hätten die P3-Partner einen Marktanteil von rund 40 Prozent erreicht. Die geplatzte Fusion und der daraus entstehende Wettbewerbsvorteil der Europäer hätten die chinesischen Reeder unter weiteren wirtschaftlichen Druck gesetzt.

Gewinner Hapag-Lloyd/CSAV?
Mit Chinas Veto würden nun alle Vorarbeiten zu P3 gestoppt, berichtet Reuters. Nun müssen Maersk & Co alleine weiter wirtschaften. Geplante Einsparungen, laut Analysten des Sydbank etwa eine Milliarde US-Dollar, können nicht realisiert werden, berichtet das „Handelsblatt“.

Davon ist auch der defizitäre Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven betroffen, der sich von P3 mehr Umschlag an den eigenen, oft leerstehenden Terminals versprach: „Wir bedauern diese Entscheidung und werden daran arbeiten, andere Reedereien zu überzeugen“, wird der Wilhelmshavener Geschäftsführer Andreas Bullwinkel ebenfalls vom „Handelsblatt“ zitiert. Man müsse nun mit allen Reedereien einzeln verhandeln.

Gewinner der gescheiteren Container-Allianz könnte die deutsche Hapag-Lloyd sein. Derzeit fusioniert sich das Unternehmen kostensenkend mit der chilenischen Reederei CSAV zur weltweiten Nummer vier unter den globalen Container-Reedern.

Foto: © B. Wylezich - Fotolia.com

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