Anlagenverordnung nur „eingeschränkt gerecht“

Versicherungen Sachwerte von Stefan Terliesner

Bundesverband Alternative Investments plädiert für mehr Eigenverantwortung der Investoren und weniger Beschränkungen durch die Aufsicht.

Die zur Konsultation gestellten Entwürfe einer neuen Anlageverordnung bzw. Pensionsfonds-Anlageverordnung werden aus Sicht des Bundesverbands Alternative Investments (BAI) im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld und während der Überleitung ins zukünftige Solvency-II-Regime den Bedürfnissen der Investoren nur eingeschränkt gerecht. In einer Pressemitteilung kommentiert BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer die Entwürfe wie folgt: „Der Geist von Solvency II, insbesondere das Prudent Person Prinzip (Vorsichtsgrundsatz, Anmerkung des Redaktion), liegt noch in weiter Ferne. Der Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium enthält einerseits, beispielsweise mit Blick auf Investitionen im Bereich Infrastruktur über Fremdkapitalinstrumente, zwar durchaus innovative Elemente. Andererseits stellen zu viele geographische, quotale und sonstige Beschränkungen handfeste Investitionshindernisse dar, die zudem ausländische Fonds bzw. deren Manager diskriminieren.“

Kritik an geografischer Beschränkung
Die Verordnungsentwürfe verlangten zum Beispiel für den Erwerb von Alternativen Investmentfonds (AIFs) regelmäßig, dass diese in der EU aufgelegt sind bzw. von einem im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ansässigen Manager verwaltet werden oder der Manager einer dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) vergleichbaren Erlaubnis unterliegt. Für den BAI stelle sich zum einen die Frage, warum zum Beispiel amerikanische oder asiatische Fonds für Versicherer de facto ausgeschlossen werden sollen. Zum anderen werden auf Basis der Entwürfe Fonds, die dem vereinfachten KAGB-Registrierungsverfahren bei der BaFin unterliegen, ebenfalls vom Erwerb durch Versicherungsunternehmen ausgeschlossen bzw. nur im Rahmen der Öffnungsklausel zugelassen.

Aus Sicht des BAI wird die Strukturierung des Portfolios der Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds dadurch zu einem erheblichen Anteil weiterhin durch die Aufsicht vorgegeben und nicht in die Eigenverantwortung der Investoren gestellt, moniert der Verband in der Pressemitteilung. Im Hinblick auf die bevorstehende Solvency II-Implementierung wäre dies nach Ansicht des BAI aber angezeigt und sinnvoll.

Wunsch nach höherer Höchstquote für Alternativen Investmentfonds
Der BAI werde sich im Rahmen der Konsultation dafür einsetzen, dass insbesondere die im Entwurf vorgesehene 7,5-Prozent-Quote, die für Alternative Investmentfonds vorgesehen ist, deutlich erhöht wird. In diesem Zusammenhang werde der BAI auch das Petitum weiterer Erleichterungen einbringen, sofern eine angemessene Eigenmittelunterlegung für die jeweilige Anlage nachgewiesen wird. Dadurch, so der BAI, hätte die Versicherungswirtschaft die Möglichkeit, den Solvency-II-Umsetzungsprozess auch im Kontext der Anlageverordnung strategisch anzugehen.

Foto: © alphaspirit - Fotolia.com

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