Prokon-Anleger verlieren bis zu 70 Prozent

Sachwerte von Christian Hilmes

Schlechte Nachrichten für Privatanleger, die in Genussrechte der insolventen Prokon Regenerative Energien GmbH investiert haben: Sie müssen auf 40 bis 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Das örtlich zuständige Amtsgericht Itzehoe hat jetzt das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. 368 Millionen Euro ermittelte das Insolvenzgericht bislang als fällige Rückzahlungsansprüche aus gekündigten Genussrechten. Alle Betroffenen erhalten in diesen Tagen Post von Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin mit Details, wie sie ihre Ansprüche geltend machen können.

Die insgesamt aktuell fälligen Prokon-Verbindlichkeiten summieren sich auf rund 391 Millionen Euro. Dem stehen liquide Mitteln von lediglich rund 19 Millionen Euro gegenüber. Auch langfristig ist das Unternehmen überschuldet: Die Gesamthöhe aller Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,526 Milliarden Euro ist nach bisherigen Ermittlungen durch die Vermögenswerte im Wert von rund 1,052 Milliarden Euro nur zu etwa zwei Drittel gedeckt.

Eigenes Windrad P3000 hat ausgedreht
Ausgeglichener stellt sich der Prokon-Kernbereich dar: Der Betrieb der bestehenden Windparks in Deutschland und Polen, deren technische Betriebsführung sowie die Projektierung von Windparks und die Versorgung von Endkunden mit Strom weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von jeweils etwa 500 Millionen Euro auf. Sie sollen mithilfe eines Investors fortgeführt werden.

Die defizitären Nicht-Kerngeschäftsbereiche, insbesondere der Vertrieb und die Herstellung der selbstentwickelten Windenergieanlage P3000, stehen dagegen langfristig gesehen vor dem Verkauf. Aus den dabei erzielten Erlösen sollen Ratenzahlungen an die Gläubiger geleistet werden.

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