Infinus-Anleger stehen im Regen

Sachwerte Top News von Christian Hilmes

Auch für die Tochter „Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut“ (FDI) ist inzwischen das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Enttäuschte Anleger der Dresdner Skandal-Firma Infinus erlebten jetzt eine turbulente Gläubigerversammlung.

Dr. Bruno M. Kübler ist zum Insolvenzverwalter der auch „blaue Infinus“ genannten FDI bestellt worden, nachdem das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über die Gesellschaft eröffnet hat. Kübler ist in gleicher Funktion auch für Gläubiger der Infinus-Muttergesellschaft Future Business (FuBus) tätig. Deren Anleger dürften gerade einmal ein Fünftel ihres Investment zurückbekommen.

Ebenso frustrierend: Eine Gläubigerversammlung des zahlungsunfähigen Finanzdienstleisters ist am Dienstagabend für die Anleger ergebnislos verlaufen. Die Veranstaltung in den Dresdner Messehallen (Foto) begann wegen langwieriger Einlasskontrollen mit knapp dreistündiger Verspätung und endete nach Angaben des aus München angereisten Fachanwalts für Bank- und Kapitalmarktrecht, Thorsten Krause, „ohne überhaupt einen Beschluss gefasst zu haben“.

Gläubigerforderungen in Millionenhöhe
Die Versammlung wurde vertagt, denn Anwälte hatten einen Befangenheitsantrag gegen eine Rechtspflegerin des Insolvenzgerichts gestellt. Geklärt werden zunächst also lediglich Formfragen. Dazu zählt zum Beispiel auch die Frage nach einem gemeinsamen Vertreter, der den Insolvenzverwalter zu schnellen und hohen Zahlungen an die Gläubiger bringen soll.

In dem Insolvenzverfahren stellen die rund 40.000 betroffenen Anleger Gläubigerforderungen von etwa 920 Millionen Euro. „Sollte die FDI gegenüber allen Gläubigern haften, würde die Quote für den einzelnen Betroffenen allerdings nur sehr gering ausfallen“, warnt Insolvenzverwalter Kübler vor zu hohen Erwartungen an die Verwertung der Insolvenzmasse.

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FDI: Vertrieb und Haftungsdach

Foto: © Thorsten Krause, Kanzlei KAP Rechtsanwälte

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