HDI knüpft Einkommensschutz an Betriebsrente

Versicherungen von Stefan Terliesner

Expertenforum: bAV lohnt sich in der Anspar- und in der Rentenphase – Vorteil des Bruttosparens lässt sich auf BU- und EU-Absicherung ausdehnen – Klassische Lebensversicherung überlebt

„Betriebliche Altersvorsorge lohnt!“ So überschrieb Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement AG und verantwortlich für bAV bei HDI, seine Präsentation auf dem HDI Expertenforum 2014 in Köln-Marienburg. Er räumte ein, unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung die Titelzeile in einen Ausrufesatz geändert zu haben; zuvor stand dort der Fragesatz „Lohnt sich betriebliche Altersvorsorge?“. Zweifel an der Rentabilität der Betriebsrente wollte Löbbecke vor der versammelten Makler-Schar sowie eine Handvoll Journalisten selbst in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen am Kapitalmarkt nicht aufkommen lassen – also strich er das Fragezeichen und formulierte den Satz um. Ebenfalls keine Zweifel zulassen wollte in ihrem Vortrag Sandra Blome vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften. Ihre Kernthesen: „Die Versicherer haben ein Kostenproblem!“  sowie – schon eher zum Erstaunen einiger Makler – „Die klassische Lebensversicherung lebt!“

546 Euro pro Jahr für bAV
Für seine Klarstellung zu Beginn erntete Löbbecke in der Zuhörerschaft vernehmbar Zustimmung. In der deutschen Bevölkerung freilich scheinen die Vorteile der bAV nicht so verankert zu sein. Zwar belegen Statistiken, dass mehr als 50 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten über den Betrieb für das Alter vorsorgen. Für Löbbecke „entscheidend ist aber, wie viel Geld der einzelne Arbeitnehmer in seine bAV steckt.“ Aktuell seien dies im Durchschnitt 546 Euro pro Jahr; „zu wenig“, wie der Pensionsmanager findet. Als Grund nannte Löbbecke die allgemeine Verunsicherung über die richtige Vorsorgestrategie sowie das herausfordernde Umfeld für die Anbieter, das er unter anderem durch die Stichworte Niedrigzinsphase, Verbraucherschutz, MA-Risk und Solvency II beschrieb.

Um die Vorteilhaftigkeit der bAV gegenüber der privaten Altersvorsorge (pAV) zu belegen, griff er auf Berechnungen von Dr. Schanz, Kern, Mauch & Kollegen zurück. Demnach sei die bAV nicht nur in der Ansparphase vorteilhafter. Auch die bAV-Nettorente sei in jedem Gehaltsbereich ab 20.000 Euro deutlich vorteilhafter als eine pAV; im Durchschnitt um 29 Prozent. „bAV lohnt sich für Arbeitnehmer in der Anspar- und in der Rentenphase“, betonte Löbbecke.

Enthaftung für Arbeitgeber
Gleichwohl will HDI Maklern und Vermittlern „neue Möglichkeiten der Kundenansprache geben“, indem man die Themen Biometrie und bAV miteinander verbindet. Oder anders ausgedrückt: Der Einkommensschutz mit Hilfe einer Berufsunfähigkeits- oder  Erwerbsunfähigkeitsversicherung soll das Zugpferd für die Betriebsrente sein. Umgekehrt gilt aber auch: Mit dem Argument der staatlichen bAV-Förderung sollen der Verkauf der Biometrie-Produkte angekurbelt werden. „Wie kriegt man BU in bAV verankert? Das war für uns die entscheidende Frage“, sagte Löbbecke, der im Jahr 2011 von Generali zur Talanx-Tochter HDI-Gerling wechselte. Das Vorhaben habe Einwände hervorgerufen, die inzwischen alle ausgeräumt seien. Den wohl wichtigsten Einwand der Arbeitgeberhaftung begegne HDI durch eine Garantieerklärung. Damit sei der Arbeitgeber aus der Haftung raus. Bedenken brauche niemand zu haben. „Wir haben die beste Juristen“, rief Löbbecke zu den Maklern zu.

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Foto: HDI bAV Expertenforum am 13. Mai 2014 in Köln, © HDI

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