„Direktinvestments in Wald sind keine Finanzprodukte“

Sachwerte Top News von Robert Krüger-Kassissa



procontra: Weitere Kritikpunkte sind unter anderem: Es liegen Ihrerseits keine aussagekräftigen Leistungsnachweise vor. Ihr Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2013 enthält keine Testate von Wirtschaftsprüfern. Warum nicht?

Assenmacher: Direktinvestments in Wald sind keine Finanzprodukte, die jährlich Renditen erzielen. Investitionen in Wald brauchen vor allem Zeit. Die Renditen entstehen mit dem Wachstum des Waldes. Der größte Ernteertrag entsteht am Ende der 25-jährigen Laufzeit. ForestFinance hat bislang (Stand Mai 2014) Erträge der Wälder im Wert von rund 1,7 Mio. Euro an seine Investoren ausgeschüttet.

Auch hier liegt ein Fehlverständnis über ein realwertbasiertes Direktinvestment vor, das einfach keine Finanzanlage ist. Der „Leistungs“nachweis von ForestFinance ist die in zugesagter Qualität erbrachte Leistung der Walderzeugung. Nicht der Nachweis von Geld-Ausschüttungen. Der Leistungsnachweis wird erbracht durch den Forstbericht, welcher sowohl zugesagte Qualitäten, als auch Quantitäten an Wald/Holz etc. belegt. Die „Umwandlung“ dieser Werte, welche durch die zugesagte Leistung geschaffen werden in Geld unterliegt zahlreichen Einflüssen, auf die weder der Investor, noch ForestFinance Einfluss haben (z. B. der Marktpreis für bestimmet Holzarten). Genau deswegen sagen wir auch eine forstliche Leistung und ein gutes forstliches Ergebnis zu, aber prognostizieren eine weite Range von geldlichen Erträgen. Diese Range reicht von null bis zehn Prozent.

Die Bilanzen unserer Auslandstöchter lassen wir sehr wohl testieren. Wir sind davon ausgegangen,  dass das „Ausland“ weit weg und für den Investor viel schwieriger zu durchschauen und zu prüfen ist. Die wirklichen Assets (der Wald selbst) liegen bei den Auslandstöchtern. Dort wird der Löwenanteil der Gelder am „Objekt“ verausgabt. Deshalb haben wir uns entschieden, die Bilanzen testieren zu lassen.

procontra: Wie sieht es mit einem Testat für die Bilanz der deutschen GmbH aus?

Assenmacher: Richtig ist, dass es in der Vergangenheit nur im Jahr 2007 ein Testat für die Bilanz dieser GmbH gab. Die Bilanz ist wegen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Veröffentlichungspflichten für einen deutschen/europäischen Investor recht einfach selbst zu prüfen. Die deutsche Gesellschaft ist als reiner Vermittler tätig und lebt von Provisionseinnahmen aus dem Vermittlungsgeschäft.

Wir werden dennoch die Bilanz  2013 der deutschen GmbH ebenfalls freiwillig testieren lassen. Außerdem haben wir zum 31.12.2013 alle Auslandstöchter in Panama zu einem Unternehmen verschmolzen – was die Transparenz wiederum erhöht. Auch hier wird der Abschluss testiert – wie in den Jahren zuvor.

Zudem befinden wir uns bereits im Zertifizierungsprozess nach ISO 9001 – was dem Kunden wiederum ein zusätzliches Indiz für Solidität und Stabilität liefern sollte.

Insgesamt sind wir der Auffassung, das Waldinvestments, wie jedes Investment Risiken beinhalten, die vor allem in der Langfristigkeit liegen. Diese Risiken – die keineswegs kleine sind – zu managen ist wiederum sehr stark abhängig von der Qualität des Projektmanagers. Wir glauben hier eine führende Position zu haben und hoffen mit allen o. g. Aktivitäten, wie Zertifizierungen, Transparenz etc. ebenfalls führend zu sein. Jedenfalls gibt es aus unserer Sicht im Marktumfeld nichts auch nur annähernd Vergleichbares. Dass forstliche Realwert-Direktinvestments, die mit individuellem Eigentum/Besitz verbunden sind und auf biologischen Wachstumswerten beruhen, sich finanztechnisch fundamental anders darstellen, als Finanzanlagen mit ideellem Besitzanteil, hoffen wir langfristig auch in Finanzkreisen verdeutlichen zu können.

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