„Direktinvestments in Wald sind keine Finanzprodukte“

Sachwerte Top News von Robert Krüger-Kassissa



procontra: Viele Banken wenden bei der Kreditvergabe für Immobilienfinanzierungen die Richtilinie an, dass die zu erwerbende eigengenutzte Immobilien nicht mehr als 100 km vom derzeitigen Wohnort des Kreditnehmers entfernt sein sollte. Damit soll sichergestellt werden, dass sich der Kreditnehmer ein umfassendes Bild vom Objekt und der Umgebung machen kann. Verbraucherschützer sehen unter anderem diesen Aspekt bei Investments wie den Ihrigen in Lateinamerika und Asien als schwierig. Wie können sich Ihre Anleger von ihren Investments vor Ort ein umfassendes Bild machen?

Assenmacher: Selbstverständlich ist das schwierig. Allerdings erwerben unsere Kunden auch kein Haus, sondern ein land-/forstwirtschaftliches Grundstück und eine forstwirtschaftliche Dienstleistung. Unsere Kunden sind nicht nur herzlich eingeladen, sich jederzeit einen persönlichen Eindruck von den Flächen zu machen – unsere Kunden nehmen dieses Angebot auch wahr.  Unser Team vor Ort hat das bereits Hunderten von Kunden ermöglicht.

Aber natürlich wissen wir, dass nicht jeder dazu in der Lage ist. Deshalb versuchen wir alles Mögliche, um maximal transparent für die Kunden zu sein. Neben den regelmäßigen Audits des FSC, die unsere Flächen ja ausführlich begehen und einen öffentlich einsehbaren Report erstellen, produzieren wir selbst zahlreiche Infomaterialien für unsere Kunden. In unseren jährlichen Forstberichten informieren wir über das Wachstum einzelner Baumsorten auf den individuellen Finkas. Wir veröffentlichen einen jährlichen Geschäftsbericht sowie alle zwei Jahre  einen Nachhaltigkeitsbericht.

Unseres Wissens sind wir auch der einzige Anbieter der einen jährlichen Bilanz-/Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht erstellt – wobei sämtliche Bilanzen der ausländischen Tochtergesellschaften testiert sind. Gleichzeitig veröffentlichen wir eine konsolidierte Bilanz der gesamten Gruppe, welche bis in die kleinste Kostenstruktur für den Kunden nachvollziehbar ist.

Regelmäßig informieren wir unsere Kunden darüber hinaus in Newslettern und der Kundenzeitschrift ForestFinest. Und wer dann noch eine ganz persönliche Frage hat, kann diese rund um die Uhr unserer Kundenbetreuung stellen und wird umfangreich bedient.

procontra: Scharfe Kritik gegen Forest Finance gab es unter beim Produkt Pure Forest 01. Durch die hohen Weichkosten von 25,3 Prozent müsste das investierte Kapital einen Rückfluss von 40 Prozent pro Jahr erwirtschaften, um die Anlageprognose zu erreichen. Wie realistisch ist ein solcher Rückfluss?

Assenmacher: Die Annahme von „Weichkosten“ in dieser Höhe ist nicht zutreffend. Dieses Fehlverständnis rührt beständig daher, dass bereits vor Auflage des Fonds erbrachte Sachleistungen (die eben wertsteigernd sind und waren) von „Finanz“-/Fondsexperten, die wenig Erfahrung mit Realwert-Waldinvestments haben, den üblichen „Weichkosten“ zugerechnet werden. In der Realität spiegeln diese Kosten aber eine wertsteigernde Leistung und keine Weich- bzw. Verwaltungskosten etc. dar. Der Fonds prognostiziert gemäß Prospekt für die Gesamtlaufzeit einen Gesamtmittelrückfluss von 275 Prozent. Hier hat also die Höhe der sog. „Weichkosten“ bspw. keinerlei Einfluss  auf die Höhe der prognostizierten Ernteerträge.

Im Detail: Die Annahme von hohen „Weichkosten“ ist  falsch. PureForest 1 war kein Blindpool-Fonds, der erst nach Einsammeln aller Gelder eine Investition tätigte. Tatsächlich investierte jeder Investor in ein definiertes und begutachtetes Grundstück mit einem genauestens dokumentierten Bestand an unterschiedlich alten Teakpflanzungen. Wenn eine solche Waldfläche gekauft wird, kann man das mit dem Rohbau einer Immobilie vergleichen, die erst zu 75 Prozent fertig gestellt ist. Um vom Rohbau zu einer „fertigen“ Immobilie zu gelangen, sind diverse Arbeiten erforderlich. (Wegebau, Feuerschneisen, Aufforstung, Entastung etc.) erforderlich. Die Aufwände für diese Arbeiten fallen in den ersten drei Jahren an und gehören zu den Erstellungskosten der Immobilie. Denn ohne diese Arbeiten wäre der Wert der Immobilie wesentlich geringer als ausgewiesen, es wäre eben nur ein Rohbau.

Im Waldfonds PureForest 1 sind diese Arbeiten in der „Forstrücklage“ auf Panama-Ebene enthalten. Wenn man daher einen Waldfonds dieser Art in den Rahmen einer klassischen Investitionsquote für Fonds „pressen“ möchte, muss eben auch berücksichtigt werden, dass die Forstrücklage auf Panama-Ebene vom Prinzip her zu den Anschaffungskosten zu rechnen ist und nicht etwa zu etwaigen Weichkosten. Dadurch ändert sich die genannte Quote ganz erheblich.

Der Beteiligungs-Report schrieb in seiner Fondsbewertung:
„Die Investitionsquote wirkt auf den ersten Blick mit guten 78 Prozent etwas gering. Wer sich dem Zahlenwerk aber intensiver widmet, erkennt, dass dies einer investitionsspezifischen Besonderheit geschuldet ist. Neben dem Kauf einer Waldfläche trägt deren Bewirtschaftung nicht nur zum Kapitalerhalt, sondern auch zur Wertsteigerung bei. Um diese ordentliche Bewirtschaftung zu sichern, wurde eine im Branchenvergleich mit anderen Produktsegmenten überdurchschnittliche Liquiditätsreserve von über 8 Prozent gebildet, die im Verlauf des Fonds meist auf hohem Niveau gehalten wird. Sie kann somit als substanzbildend eingestuft werden, was gemeinsam mit dem Land- und Holzkauf inklusiv der Kaufnebenkosten einen sehr zufriedenstellenden Wert von knapp 87 Prozent ergibt.“

Seite 1: Prokons Einfluss
Seite 2: Kritik an Weichkosten
Seite 3: fehlende Leistungsnachweise


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