Berufsunfähigkeit - das verdrängte Risiko

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Knapp drei Viertel der Deutschen verlässt sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit (BU) auf die Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung. Auf eine BU-Versicherung verzichten rund zwei Drittel aller Bundesbürger.

Das Risiko, im aktuellen Job berufsunfähig zu werden, schätzt knapp jeder zweite Angestellte in Deutschland als relativ gering ein. Das geht aus einer Umfrage der Marktforschungsgesellschaft Forsa im Auftrag des Versicherers Gothaer und des F.A.Z.-Institutes zu biometrischen Risiken wie Krankheit und Pflegebedürftigkeit im Alter sowie BU.

Die größte Bedrohung für die eigene Arbeitsfähigkeit geht nach Ansicht der Befragten von Erkrankungen des Bewegungsapparats und von Krebserkrankungen aus. Psychische Krankheiten am eigenen Leib zu erfahren, wird dagegen als wenig wahrscheinlich angesehen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind psychische Erkrankungen aber mit 42,1 Prozent der Fälle BU-Grund Nummer Eins. Lediglich 12,5 Prozent der Betroffenen litten unter Krebs.

BU-Versicherungen gelten als teuer
Neben der Geringschätzung des persönlichen BU-Risikos, gibt es laut der Studie weitere Gründe, warum viele Menschen keine BU-Versicherung abschließen wollen. Dazu zählt die trügerische Gewissheit der Menschen, gut für den Notfall gewappnet zu sein. Allerdings haben sich 16 Prozent der Erwerbstätigen bislang noch gar nicht mit dem Thema BU und dessen Absicherung befasst.

Daneben kritisieren viele Teilnehmer der Umfrage das Preis-Leistungs-Verhältnis von BU-Versicherungen. 31 Prozent der Erwerbstätigen erachten die am Markt angebotenen Tarife als zu teuer. Weitere 20 Prozent kritisieren die Leistungen der Versicherungen als zu gering.

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