Frauen müssen mehr fürs Alter sparen

Panorama von Christian Hilmes

Der 8. März ist internationaler Frauentag - Anlass für uns, die aktuelle Situation zu betrachten: Deutsche Frauen sind überdurchschnittlich häufig erwerbstätig und zunehmend finanziell unabhängig, aber verängstigt vom Pflegerisiko und schlecht abgesichert.

Auch mehr als ein Jahrhundert nach dem ersten Internationalen Frauentag fühlt sich knapp die Hälfte der Frauen in Deutschland gegenüber Männern in der Gesellschaft immer noch benachteiligt. Lediglich neun Prozent sind laut einer aktuellen YouGov-Umfrage der Meinung, dass Frauen heutzutage keine geschlechterspezifischen Nachteile mehr haben.

Auf dem Arbeitsmarkt jedoch sind die deutschen Frauen nach Angaben des Statischen Bundesamts sehr gut vertreten. Im Vergleich zu den anderen EU-Staaten sind sie überdurchschnittlich häufig erwerbstätig. 2012 waren 71,5 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren erwerbstätig. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt lag bei 62,3 Prozent.

Klassisches Rollenbild lebt weiter
2002 lag die Erwerbstätigenquote der Frauen in Deutschland zwar noch bei 61,8 Prozent. Die klassische Rollenverteilung zwischen männlichem Familienversorger und weiblichem Heimchen am Herd ist aber noch nicht komplett Geschichte: Die Erwerbstätigenquote der Männer liegt rund 10 Prozent über dem entsprechenden Anteilswert der Frauen.

Auch bei den Gründen für Erwerbslosigkeit verzeichnet das Statistische Bundesamt „deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede“. Entscheidend für Frauen im Alter zwischen 20 und 39 Jahren seien persönliche oder familiäre Verpflichtungen, wie zum Beispiel die Betreuung von Kindern. Für die Männer dieser Altersklasse spielt das kaum eine Rolle.

Seite 1: Frauen sparen zu wenig fürs Alter
Seite 2: Hohe Ignoranz gegenüber Vorsorge

Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com