BU: Absurdes Berufsgruppen-Bingo

Versicherungen Berater Top News von Markus Rieksmeier

Die immer weiter getriebene Differenzierung bei den Berufsgruppen der Berufsunfähigkeits-Versicherung hat absurde Züge angenommen. Ein und dieselbe Tätigkeit bei gleicher Berufsausbildung können 100 Prozent Beitragsunterschied ausmachen.

Bei einem Treffen der Interessengemeinschaft Versicherungsmakler IGVM hat deren Mitglied Matthias Helberg einen Vortrag zur Praxis mit den Berufsgruppen gehalten. Helberg legte dar, dass Berufsangaben die Tarifierung von BU-Versicherungen unter Umständen zu reinen Glückssache machen können. Makler Helberg spricht von einem Berufsgruppen-Bingo – Beitragsfindung Glückssache.

Als Beispiel führt Helberg, der den Vortrag auch in seinem Blog zusammengefasst hat, eine 30-jährige Bankkauffrau an. Für sie kosten 1.500 Euro BU-Rente, bis 67 versichert, pro Monat 60,70 Euro. Ist dieselbe Frau mit derselben Ausbildung beim Finanzamt als „Finanzangestellte“ tätig, stiege ihr Beitrag bei demselben Beispielversicherer auf knapp 120 Euro; eine Verdoppelung. Einen 30-jährigen „Versicherungsmakler“ (216 Euro/Monat) trennen mehr als 100 Euro vom „Versicherungsfachmann“ (99,60 Euro/Monat).

Der magische Bindestrich
Bitte auf die exakte Schreibweise achten: Ein „Techniker Hochbau“ (297,60 Euro/Monat) zahlt erheblich mehr als ein „Techniker - Hochbau“ (216,70) für seine 1.500 Euro BU-Schutz bis 67. Ein kleiner Bindestrich spart über 80 Euro im Monat; in 35 Jahren über 33.000 Euro Beitrag, aufgezinst mit drei Prozent macht der Unterschied fast 60.000 Euro aus. Dazu sagt Makler Helberg: „Die jetzige Differenzierung in zahlreichen Berufsgruppen ist in Absurdistan angekommen. Sie führt praktisch zu unbezahlbaren Beiträgen für Handwerker und soziale Berufe“.

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Foto: © Elaine Barker - Fotolia.com

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