TK will auf Zusatzbeitrag verzichten

Versicherungen von Markus Rieksmeier

Im Jahr 2015 soll der gesetzliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen entfallen. An dessen Stelle sollen kassenindividuelle Zusatzbeiträge treten. Nicht so bei der Techniker Krankenkasse. Die verzichtet, wie sie jetzt ankündigte.

Viele Versicherte rechneten für das kommende Jahr mit einer Art Tauschgeschäft. Statt des derzeit festen Zusatzbeitrags von 0,9 Prozentpunkten würden ihre Kassen ab 2015 bedarfsgerechte Zusatzbeiträge erheben. Es sei denn, die Kasse käme mit dem weiterhin gesetzlich fixierten Grundbeitrag von 14,6 Prozent aus. Wie die Techniker Krankenkasse (TK). Deren Chef Jens Baas hat nun gegenüber der Presse erklärt, seine Kasse wolle auf einen Zusatzbeitrag im kommenden Jahr ganz verzichten. Der Grund ist einfach: Weil sie es kann. Die TK hat überdurchschnittlich viele junge und gut verdienende Versicherte.

Der TK-Chef beließ es aber nicht bei seiner Verzichts-Ankündigung. Vielmehr machte er gegenüber der Presse, man kann es nicht anders sagen, weiter Markt. Baas‘ Einschätzung nach werden die anderen gesetzlichen Kassen im Schnitt 1,2 Prozent Zusatzbeitrag als Arbeitnehmer-Beitrag erheben. „Vielleicht gibt es Kassen, die ihre Rücklagen so weit abbauen, dass sie noch mal ein oder zwei Jahre keinen Zusatzbeitrag erheben, das wird aber die Ausnahme sein“, wird Baas von der Deutschen Presse-Agentur zitiert.

DAK ächzt
Die Ankündigung der TK, mit 8,7 Millionen Mitgliedern GKV-Marktführer, passt in die aktuelle Nachrichtenlage. Erst vor wenigen Tagen hatte der neue Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Versicherten zum Wechsel in beitragsgünstigere Krankenkassen aufgefordert. Man kann nun nicht unterstellen, das spielten sich mit Minister und Marktführer zwei prominente Protagonisten die Bälle zu. Aber einem dürften die Verzichts-Ankündigung der TK und der Sparaufruf Gröhes nicht schmecken. Der DAK.

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse hat in etwa die genau umgekehrte Situation der TK vor Augen. Die deutsche Nummer drei am Markt leidet unter einer Überalterung des Bestands. Am deutlichsten wird dies bei alten Versicherten in deren letztem Lebensjahr. Nach DAK-Angaben verursachten verstorbene Mitglieder in ihrem letzten Lebensjahr im Schnitt 27.000 Euro Krankheitskosten; erstattet werden vom Gesundheitsfonds 8.000 Euro. Deshalb forderte die DAK im vergangenen Herbst einen Nachschlag aus dem Gesundheitsfonds. Die TK lehnte das umgehend ab, dadurch würden „negative Wettbewerbsansätze gesetzt“, so seinerzeit eine Sprecherin.

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