Haftpflicht: Wer versichert noch Hebammen?

Versicherungen von Christian Hilmes



Hebammen sind kaum noch versicherbar
„Für Versicherungsunternehmen wird es immer schwieriger, freiberuflichen Hebammen Versicherungsschutz für die Geburtshilfe anzubieten, den diese sich leisten können“, heißt es beim GDV. „Der Grund: Die Kosten für Geburtsschäden infolge von Behandlungsfehlern sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Dies führt zu Versicherungsbeiträgen, die im Vergleich zum Einkommen der Hebammen sehr hoch sind.“

Grund dafür sei, dass die Behandlung und Pflege nach schweren Komplikationen immer vielfältiger, andauernder und letztlich teurer werde. In der Geburtshilfe machen Schäden mit mindestens 100.000 Euro Leistungsumfang mehr als 90 Prozent des gesamten Schadenvolumens aus. Tendenz steigend: Von 2003 bis 2012 sind die Kosten für schwere Geburtsschäden um fast 80 Prozent gestiegen. Unterläuft bei einer Geburt ein Fehler und das Kind ist schwer geschädigt, leistet der Versicherer im Durchschnitt heute 2,6 Millionen Euro.

Krankenkassen decken Kostensteigerungen
Die Krankenkassen gleichen nach Angaben des GKV-Spitzenverbands die gestiegenen Kosten für die Berufshaftpflichtprämie bei freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, bereits seit mehreren Jahren vollständig aus. Die jüngste Prämienerhöhung durch einen privaten Versicherungsanbieter im Sommer 2013 sei die dritte Steigerung seit 2010 gewesen.

Der Ausgleich der Kostensteigerungen des privaten Versicherungsanbieters erfolge zusätzlich zu den jährlichen Vergütungssteigerungen. Diese habe Anfang 2013 mehr als 12 Prozent betragen, so der GKV-Spitzenverband. „Für jede einzelne Haus- oder Geburtshausgeburt von einer freiberuflich tätigen Hebamme finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen somit insgesamt seit 2010 zwischen 140 und 200 Euro allein für den Ausgleich der kontinuierlich gestiegenen Berufshaftpflichtversicherungen.“

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