Haftpflicht: Wer versichert noch Hebammen?

Versicherungen von Christian Hilmes


Hebammen wird Versicherung zu teuer
„In den vergangenen Jahren sind immer mehr Hebammen aus dem Beruf und insbesondere aus der Geburtshilfe ausgestiegen, da die Haftpflichtprämien überproportional stark gestiegen sind“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der beiden Berufsverbände BfHD und DHV. „Für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen hat sich die Prämie in den vergangenen zehn Jahren trotz abnehmender Schadenszahlen verzehnfacht bei weiterhin niedriger Vergütung.“

Wie der Versicherungsmakler Securon dem Deutschen Hebammenverband Ende 2013 mitteilte, werden die Haftpflichtprämien für Hebammen zum 1. Juli 2014 erneut um mehr als 20 Prozent erhöht. Zudem kündigte Securon für 2015 weitere Steigerungen in gleicher Höhe an. Damals teilte der DHV mit: „Uns liegt nur noch das Angebot eines einzigen Versicherungskonsortiums vor, das bereit ist, das Risiko für diese möglichen hohen Schadenssummen zu übernehmen.“ Aufgrund steigender Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern, müssten die Hebammen heute mehr als 5.000 Euro im Jahr Prämie bezahlen.“

Versicherer setzen auf politische Lösung
„Die Versicherungswirtschaft ist seit längerem im Gespräch mit den Hebammenverbänden und den zuständigen Ministerien“, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer aktuellen Pressemitteilung mit. „Auch der Koalitionsvertrag sieht vor, die Situation der Hebammen zu verbessern. Es gilt jetzt, die Zeit zu nutzen gemeinsam eine politische Lösung zu finden.“

„Erstrebenswert ist ein für alle Beteiligten gangbarer Weg, die stark gestiegenen Schwerstschäden zu finanzieren“, so der GDV weiter. Der Versichererverband nennt neben einem Regressverzicht der Sozialversicherungsträger bei Personengroßschäden weitere Lösungsmöglichkeiten: „Diskutiert werden derzeit unter anderem angemessene Vergütungssätze und damit ein ausgewogenes Verhältnis von Vergütung und Risiko der Berufsträger sowie die Verstärkung von Prävention und Risikomanagement, um Schäden möglichst zu vermeiden.“

Seite 1: Haftpflicht: Wer versichert noch Hebammen?
Seite 2: Die Versicherer setzen auf politische Lösung
Seite 3:
GDV: Hebammen sind kaum noch versicherbar