Goldmarkt driftet stark auseinander

Sachwerte Investmentfonds von Rainer Kreuzer

Der börsennotierte Goldkurs hat sich im vergangenen Jahr erheblich vom realwirtschaftlichen Bedarf gelöst. Der starke Preissturz in 2013 beruht fast ausschließlich auf spekulative Verkäufe durch ETFs. Die Nachfrage nach Barren und Münzen legte erheblich zu.

Noch vor wenigen Jahren galt Gold bei Anlegern als eine stabile Krisenabsicherung, die das Ersparte gegen Inflation schützen sollte. Doch das Gegenteil hat sich im vergangenen Jahr an der Börse gezeigt. Der Goldkurs ist innerhalb von zwölf Monaten um 27 Prozent abgestürzt – obwohl weltweit die Kunden den realen Goldhändlern die Läden einrannten.

Das World Gold Council hat jetzt Zahlen über die einzelnen Marktsegmente veröffentlicht und damit belegt, dass vor allem die Abflüsse aus den globalen Gold-ETFs  in Höhe von 881 Tonnen für den Kursverfall verantwortlich waren. Zudem haben die Zentralbanken in 2013 weltweit ihre Nachfrage um 32 Prozent auf 369 Tonnen reduziert.

Im deutlichen Gegensatz zum Börsengeschehen schoss im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge die Nachfrage nach Goldbarren und –münzen um 28 Prozent in die Höhe. Goldschmuck verzeichnete einen Zuwachs um 17 Prozent. Global betrachtet zeigte sich  ein differenziertes Bild: Während in Thailand die Kauflust der Verbraucher um 73 Prozent und in der Türkei um 60 Prozent anstieg, legte sie in den USA nur um 18 Prozent zu.

„2013 war das Jahr der Verbraucher“, resümiert Investmentmanager Marcus Grubb vom World Gold Council. „ Obwohl die Nachfrage nach Barren, Münzen und Schmuck weiter von West nach Ost gewandert ist, ist der wachsende Bedarf ein globales Phänomen.“

Das World Gold Council hatte bereits im vergangen Jahr auf die übermächtige Stellung der ETFs bei der Spotpreisbildung hingewiesen. Die börsengehandelten Fonds repräsentierten nur 6,5 Prozent der globalen Goldnachfrage. Der Handel mit Goldbarren, Münzen und Schmuck hingegen wirke sich nur indirekt auf den Börsenkurs aus.

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