Katastrophenjahr 2013: Schadensfälle verdreifacht

Versicherungen von Christian Hilmes

Schwere Unwetter haben die Schadensbilanz des Jahres 2013 sprichwörtlich verhagelt. Die wetterbedingten Kosten der Versicherungen sind in den vergangenen vier Jahrzehnten deutlich angestiegen: In Deutschland hat sich die Zahl der schadenrelevanten wetterbedingten Naturereignisse seit 1970 ungefähr verdreifacht.

Im Jahr 2013 gab es nach Angaben der Ergo Versicherungsgruppe ungewöhnlich viele Unwetter, die zusammen extrem hohe Schäden verursacht haben. Die Gesamtsumme erreichte den zweithöchsten Stand in der Geschichte. Eine neue Rekordhöhe erreichten 2013 die versicherten Hagelschäden. Vor allem Ende Juli richteten die teilweise tennisballgroßen Eiskörner massive Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen an. Betroffen vom Tief Andreas waren Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.
Auch die Orkane Christian Ende Oktober und Xaver Anfang Dezember verursachten große Schäden in Norddeutschland. Von den versicherten Schäden war der als besonders gefährlich angekündigte Xaver  nur etwa halb so stark wie Christian, bei dem mit 190,8 Stundenkilometern auf der Nordseeinsel  Borkum die höchste Windgeschwindigkeit des Jahres gemessen wurde. Die Schadensumme beider Orkane lag deutlich unter der von Tief Andreas.

Viel beachtete Schäden durch Hochwasser

Medial besonders präsent waren das Hochwasser in Süd- und Ostdeutschland im Mai und Juni. In Passau beispielsweise lag der Pegelstand der Donau 12,89 Meter über dem Normalwert. Viele Deichbrüche sorgten in der Folge für enorme Schäden, auch in Gebieten weitab der großen Flüsse. Diese Regionen sind statistisch betrachtet nur alle 100 Jahre oder seltener von Hochwasser betroffen. Als eine der Ursachen dafür nennt  Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re, den Klimawandel.
„Unsere Zahlen belegen, dass Überschwemmungsschäden nicht nur in den Hochrisikozonen anfallen, sondern vermehrt auch in vermeintlich sicheren Regionen“, sagt Christian Diedrich, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherung AG. „Daher ist es wichtig, das Risikobewusstsein zu schärfen und über die Hochwassergefahr aufzuklären.“ Denn aktuelle wissenschaftliche Studien zeigten, dass in Zukunft hierzulande verstärkt mit Starkregen, Hagel, Hitzewellen und langfristig auch mit intensiveren Winterstürmen zu rechnen ist.

Viele Unwetterschäden sind nicht versichert

Unter anderem durch den Trend zu elektronischen Heizungsanlagen, die bei Wassereinbruch nutzlos werden können, entstehen Hausbesitzern durch Starkregen und Überschwemmungen viel höhere Schäden als früher, erklärt Ergo- Vorstandsvorsitzender Diedrich. Die Gesamtschäden durch Naturkatastrophen summierten sich in den vergangenen 40 Jahren in Deutschland auf 95 Milliarden Euro. Versichert waren davon aber nur rund 40 Milliarden Euro.
Eine Elementargefahrendeckung als Zusatzversicherung fürs Wohngebäude besitzen im Bundesdurchschnitt 32 Prozent aller Haushalte. Ohne den Einschluss „Weitere Elementargefahren“ decken die Wohngebäude- und Hausratversicherung nur Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm beziwhungsweise Hagel ab. Nicht problemlos versicherbar gegen solche Risiken sind 1,4 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland.

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