Gesetzliche Krankenkasse: Einheitssatz, adieu!

Panorama Versicherungen von Christian Hilmes

Zurück in die Zukunft: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will 2015 den Zusatzbeitrag abschaffen, mit dem sich defizitäre Krankenkassen sanieren. Einen entsprechenden Artikel der Rheinischen Post bestätigte ein Ministeriumssprecher gegenüber procontra.

„In unserem Haus wird bereits an der Umsetzung gearbeitet“, erklärt Roland Jopp, Sprecher des Bundesministerium für Gesundheit (BMG). „Zum Zeitplan geben wir aber keinen Kommentar ab.“ Das Tempo der Reform hängt vom politischen Betrieb der Großen Koalition ab. Politisch umstritten ist sie aber nicht, sondern wurde Ende vorigen Jahres in den Koaltionsvertrag aufgenommen.

Wenns teurer wird, zahlt nur der Versicherte mehr
Künftig soll demnach nur noch der Arbeitnehmeranteil steigen, wenn die Krankenkasse zusätzliche Mittel benötigt. Der Beitrag der Arbeitgeber wird dagegen auf den aktuellen Satz von 7,3 Prozent festgeschrieben. Kostensteigerungen im Gesundheitswesen von den Versicherten werden also in der Zukunft allein von den gesetzlich Krankenversicherten getragen.

Eine „kleine Kopfpauschale“ gibt es bereits mit dem 0,9-prozentigen Sonderbeitrag für Zahnersatz, den die Arbeitnehmer allein aufbringen. Der allgemeine Beitragssatz von derzeit 15,5 Prozent wird dagegen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern paritätisch getragen. Die Höhe gilt seit 2009 einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen.

Vor der 2007 von der letzten großen Koalition beschlossenen Gesundheitsreform konkurrierten die deutschen Krankenkassen vor allem über niedrige Beiträge um Kunden. Das ist auch künftig wieder möglich. Der Gesundheitsfonds, mit dem die Beitragsgelder nach Alter und Krankheit der Versicherten an die Krankenkassen verteilt werden, soll aber fortbestehen.

Foto: Bundesministerium für Gesundheit