Debeka richtet Whistleblower-Hotline ein

Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier

Zur Aufklärung des Vorwurfs von illegalem Datenhandel richtet die Debeka eine „neutrale“ Hotline ein. Dort können Mitarbeiter arbeitsrechtlich geschützt Missstände melden – ohne den vertraulichen Briefkasten des „Handelsblatts“ füllen zu müssen.

Der Koblenzer Beamtenversicherer baut seinen Mitarbeitern Brücken. Zur „Gewinnung weiterer Erkenntnisse und Hinweise, ob Verstöße gegen Datenschutz vorliegen“, hat die Debeka eine so genannte „neutrale“ Hotline eingerichtet. Dies geht aus einer Presse-Mitteilung des Unternehmens hervor. Demnach sind die Mitarbeiter „regelmäßig zur Mitwirkung aufgefordert“, vertrauliche Informationen an das eigene Haus zu geben. 

Den Mitarbeitern wird laut Debeka „weitgehender arbeitsrechtlicher Schutz zugesichert“; auch wenn sie sich selbst belasten. Aus diesem Grund werde die Hotline von einem „externen Anwalt“ organisiert, der auch „keine sonstigen Mandate für die Debeka wahrnimmt“. Mit dieser Whistleblower-Hotline will das Unternehmen nach eigenen Angaben die eingeleiteten Untersuchungen der Wirtschaftsprüfer von KPMG unterstützen. KPMG war von der Debeka kürzlich um neutrale Prüfung von Vorwürfen wegen Datenschutz-Vergehen gebeten worden. 

Whistleblower ins eigene Haus umleiten
Die Ergebnisse der KPMG-Untersuchungen will die Debeka nach eigenen Ankündigungen den zuständigen Behörden zur Verfügung stellen, um die Vorwürfe „um schnellstmöglich und nachhaltig aufzuklären. Zurzeit prüfen oder ermitteln die Staatsanwaltschaft Koblenz, der Datenschutz-Beauftrage von Rheinland-Pfalz und die Versicherungsaufsicht BaFin, ob Datenschutz-Verstöße vorliegen. Debeka wehrt sich gegen diese Vorwürfe.

Mit ihrer „neutralen“ Hotline erreicht die Debeka nicht nur mehr Informationen zu eventuellen Missständen im Hause. Dadurch erhalten Mitarbeiter (oder Zeugen aller Art) auch weniger Anreiz, den „anonymen Briefkasten für Tippgeber“ zu füllen, den das „Handelsblatt“ eingerichtet hat. Dort sollen Leser auch zu anderen Beamtenversicherern von BHW bis Signal Iduna „Dokumente“ einreichen können. Und vielleicht nehmen die „eigenen“ Whistleblower der Debeka damit - taktisch gesehen - der Zeitung den Wind aus den Segeln.

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

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