Commerzbank: Durchsuchungen an 40 Standorten

Top News Panorama von Markus Rieksmeier

Seit Dienstagmorgen durchsuchen Ermittlungsbeamte 40 Standorte der Großbank, auch in der Zentrale in Frankfurt. Die Ermittler suchen Beweise wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit Versicherungsmänteln gegen die Generali Pan Europe Ltd.

Federführend ist die Bochumer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität. Sie ermittelt nach eigenen Angaben gegen einen „ausländischen“ Lebensversicherer. Nach Informationen des „Handelsblatt“ (HB) geht es um die Generali Pan Europe Life Limited, Irland. In diesem Zusammenhang finden die Durchsuchungen bei der Commerzbank statt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft dient die Durchsuchung „der Aufklärung des Sachverhalts“ in Bezug auf eine mögliche Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Gegenüber procontra hat ein Sprecher der Commerzbank die Durchsuchungen bestätigt und spricht von einer „Untersuchung gegen Einzelpersonen“, nicht aber gegen die Bank. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind bundesweit 270 Beamte im Einsatz. Es geht um etwa 200 Anleger, die ihre Vermögen in so genannte Versicherungsmäntel der Generali Pan Europe Life (Generali Konzern) eingebracht haben sollen. Diese Anleger müssen nicht unbedingt Kunden der Commerzbank sein. Diese sei auch nicht beschuldigt, schreibt das HB; vielmehr werde sie als Zeuge geführt.

Der Mantel der Anonymität
Das Bankhaus ist aber „Konzernpartner“ der Pan Europe Life, schreibt das HB. Bei den untersuchten Vorgängen gehe bei jedem der angeblich 200 Verdachtsfälle um ein „Mindestanlagevolumen von 500.000 Euro“, häufig angeblich auch um mehrere Millionen. Durch das Ummanteln sollten Kaitalanlagen aller Art nach 12 Jahren erstens steuergünstiger und zweitens anonym gemacht werden. Je nach Konstruktion kann dieses Vorgehen als Steuerhinterziehung verfolgt werden. Vermittler, zum Beispiel „hilfsbereite“ Banken, können sich der Beihilfe schuldig machen.

So wird auch im vorliegenden Falle nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche und Mitarbeiter des Lebensversicherers ermittelt: wegen „Beihilfe zur Hinterziehung von Einkommenssteuer“. Beteiligt sind auch Steuerfahnder aus Düsseldorf. Gegenüber procontra betonte der Sprecher der Commerzbank, „die Ermittlungen richten sich nicht gegen die Bank, sondern gegen einzelne Mitarbeiter eines anderen Finanzdienstleisters“. Wegen des laufenden Verfahrens könne man zum „gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Details nennen“.

Foto: Gebäude Zentrale Frankfurt, Commerzbank

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