Zusatzbeitrag wird Wettbewerbsfaktor

Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier

Die künftige Große Koalition einigt sich auf geringere Krankenkassen-Beiträge. Bei der Pflege wird es schrittweise teurer. Der Arbeitgeber-Zuschuss wird eingefroren und bei Zusatzbeiträgen entwickelt sich Wettbewerb – mit Chancen für die PKV.

Vor der Bundestagswahl kursierten große Begriffe wie Bürgerversicherung oder ein „Gemeinsamer Krankenversicherungs-Markt“. Tatsächlich haben sich die Chef-Unterhändler der kommenden Koalition aus Union und SPD auf Anpassungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung geeinigt. Der allgemeine Beitragssatz für alle Kassen soll auf 14,6 Prozent sinken und der Arbeitgeber-Zuschuss auf 7,3 Prozent eingefroren werden. Bei künftigen Beitragssteigerungen bleiben die Arbeitgeber also verschont.

Diese Deckelung war eine Forderung der Union, um die Lohnnebenkosten zu begrenzen, erläuterte CDU-Verhandlungsführer Jens Spahn vor der Presse gemeinsam mit Karl Lauterbach (SPD) den gefundenen Kompromiss. Ferner können Krankenkassen künftig weiterhin Zusatzbeiträge erheben. Aber nicht mehr pauschal, sondern einkommensabhängig. Das bedeutete für einen Gutverdiener eine höhere Zusatzlast, wenn seine klamme Kasse von ihm Zusatzbeitrag erhebt.

Chancen für die Private Krankenversicherung
Wer als Versicherter viel verdient und gegebenenfalls viel Zusatzbeitrag zahlen muss, für den kann demnach die PKV interessanter werden. Genaueres dazu wird die Zukunft ergeben, wenn die ersten Kassen einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben müssen. Bei der Pflegeversicherung sollen die Beiträge zunächst um 0,3 Prozentpunkte steigen, um deren Finanzierung zu verbessern. Davon sollen 0,1 Punkte, also ein Drittel der Erhöhung, in einen Vorsorgefonds fließen.

Hiermit soll eine Art kapitalgedeckte Demografie-Reserve für Pflege aufgebaut werden soll. In einen zweiten Schritt soll der Pflegebeitrag laut der Nachrichten-Agentur Reuters „im Laufe der kommenden Regierungs-Periode“ noch einmal um weitere 0,2 Prozentpunkte steigen. SPD-Unterhändler Lauterbach sagte an diesem Freitag, der aktuelle Gesundheits-Kompromiss sei außerdem das „historische Ende der Kopfpauschale“. Von diesem Begriff war allerdings seit Monaten keine öffentliche Rede mehr gewesen

Foto: © thomasp24 - Fotolia.com

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