Uli Hoeneß legt Allianz-Mandat nieder

Panorama von Markus Rieksmeier

Der Präsident des FC Bayern tritt als Aufsichtsrat der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG zurück. Der Schritt folgt wenige Tage nach Zulassung einer Anklage gegen Uli Hoeneß. Der Vorwurf lautet auf Steuerhinterziehung.

Am vergangenen Montag hat das Landgericht München II die Anklage gegen Hoeneß zugelassen. Nun wird er zum Monatsende sein Aufsichtsmandat bei der Allianz Beratungs- und Vertriebs AG niederlegen, berichtet die „Zeit“ unter Berufung auf einen Konzernsprecher des Münchener Versicherers. Hoeneß‘ Schritt sei „eine persönliche Entscheidung“. Von der Zulassung der Anklage sei Hoeneß „überrascht“ gewesen, wird gemeldet, und dass die 5. Strafkammer des Landgerichts wegen mutmaßlich hinterzogenen Steuern von 3,2 Millionen Euro verhandelt. Dabei gehe es um ein „heimliches Konto in der Schweiz“. Die Kammer muss auch klären, ob Hoeneß' Selbstanzeige vom Januar strafbefreiend oder strafmildernd wirkt.

Die „Zeit“ mutmaßt, Hoeneß müsse im Falle einer Verurteilung zu einer Haftstrafe wohl auch seinen Aufsichtsratsvorsitz bei der FC Bayern München AG aufgeben. Hierzu habe Adidas-Chef Herbert Hainer, zugleich stellvertretender Aufsichtsrats-Vorsitzender der FC Bayern München AG, ein Gutachten eingeholt. Die rechtliche Einschätzung dieser Frage scheintz wichtig: Sponsoren und Aktionäre des FC Bayern, neben der Allianz auch Audi und Adidas, haben in den eigenen Häusern Compliance-Richtlinien einzuhalten.

Foto: Harald Bischoff / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de