Schnipsel-Jagd bei der Debeka

Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier

Schnipsel mit Bewerbernummer

Den Angaben zufolge seien die gekauften Adressen „auf so genannte Empfehlungskarten“ übertragen worden, weil die Adress-Schnipsel zum Teil „noch die Original-Bewerbernummern“ enthielten. „Das war streng geheim“, zitiert das HB die Aussage eines „Beteiligten“. Und weiter: „Die Originaladressen, die Schnipsel genannt wurden, durften nirgendwo aufbewahrt werden. Ich habe selbst gesehen, wie Führungskräfte die Adressen in Plastiktüten ins Auto trugen“. Einen anderer „höherrangigen Vertreter“, so das HB, „berichtet von Zuständen wie beim Drogenhandel“.

Weiter wird von einem konspirativen Austausch von Geld-Koffer gegen Adressen-Koffer berichtet. Hierzu sei der vom HB zitierte Insider angeblich spät abends mit einem Bezirksdirektor an die Autobahn gefahren. „Das System lief über viele Jahre“ schreibt das HB. Es gebe aber nur wenige Dokumente, wird berichtet. Zumindest in einem Falle habe ein „heutiger Landesdirektor“ im Jahr 1996 einen Scheck über 8.010 Mark eingelöst, zitiert das HB einen Akteur: man habe ansonsten „peinlich genau“ darauf geachtet, „dass nur in bar bezahlt wurde“; durch die Hierarchiestufen hindurch.

Neben der Untersuchung zur Aufklärung der Vorwürfe hat sich die Debeka laut einer aktuellen Pressemitteilung neue, strengere Verhaltensrichtlinien gegeben. Dies ist aber nicht als Reaktion auf die aktuellen Presseberichte zu werten, weil diesen Richtlinien Verhandlungen mit dem Betriebsrat vorangingen. Immerhin dürfte der neue Kodex der Debeka wirksamer sein, weil das Unternehmen auch im Vertrieb nur mit weisungsgebundenen Angestellten arbeitet.

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