Pflege: ungewolltes Kind

Versicherungen von Carla Fritz

Die Mittelschicht hierzulande sorgt sich um Rente und Pflege im Alter, setzt die Prioritäten bei der eigenen Absicherung hier aber dann doch sehr verschieden. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Obwohl die Mittelschicht hierzulande mehrheitlich die Sorge umtreibt, im Alter ein Pflegefall zu werden, halten nur 3 Prozent eine Pflegezusatzversicherung für unentbehrlich. Das geht aus einer aktuellen forsa-Studie für die Gothaer hervor.

59 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten gaben demnach an, dass sie sehr große Angst davor haben, im Alter auf regelmäßige Pflege durch andere angewiesen zu sein. 54 Prozent befürchten darüber hinaus, dass die Rente im Alter nicht reichen könnte – 7 Prozent mehr gegenüber der Befragung 2011.

Für unentbehrlich hält die überwiegende Mehrzahl von 66 Prozent der Studienteilnehmer die Privat-Haftpflichtversicherung (2011: 78 Prozent). In deutlichem Abstand folgen Hausrat- und Krankenversicherung sowie Lebensversicherung.

Rente geht vor
Als wichtigste noch abzuschließende Versicherung nennen 63 Prozent die private Rentenversicherung, gefolgt von einer Rechtsschutz-, Hausrat- und der Berufsunfähigkeitsversicherung mit nur noch 21 Prozent. Diese hatte 2011 bei der ersten Mittelschichtbefragung der Gothaer mit 43 Prozent noch die Spitzenposition.
Insgesamt fühlt sich die Mittelschicht gut versichert: 77 Prozent der Interviewten gaben an, optimal versichert zu sein. 2011 sahen das noch 82 Prozent so.

Bei der privaten Vorsorge für das Alter sind Immobilienanlagen vom zweiten auf den ersten Platz gerückt – im Rangtausch mit den Riester-Renten, die bei der letzten Untersuchung noch den Spitzenplatz innehatten. Es folgen Sparbücher und Banksparpläne.

Auch die eigene finanzielle Situation wird von den Befragten im Zweijahresvergleich als sehr gut eingeschätzt, wie die Untersuchung konstatiert. Lediglich 13 Prozent (2011: 14) sprechen hier von einer Verschlechterung innerhalb der letzten zwei Jahre, 57 Prozent sehen ihre finanzielle Lage unverändert und 29 Prozent spüren eine Verbesserung. Das entspricht den Angaben zufolge genau dem Niveau der letzten Analyse. Bei den über 60-Jährigen sehen unverändert nur zehn Prozent eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation, von einer Verschlechterung sprechen hier 18 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe (2011: 21).

Foto: © XtravaganT - Fotolia.com

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