Baufi: prolongieren oder umschulden?

Sachwerte von Matthias Hundt


Sparen, um schneller zu tilgen. Im Umkehrschluss vertrauen demnach immer noch rund zwei Drittel darauf, bei ihrer einstigen Bank auch das beste Angebot für die Anschlussfinanzierung zu bekommen. Das ist möglich, der Großteil prolongiert jedoch, ohne sich erneut einen Marktüberblick zu verschaffen. Dabei genügen schon wenige Prozentpunkte, um die anfallenden Kosten einer Umschuldung auszugleichen (siehe Tabelle). Mehr noch, der erzielte Zinsvorteil kann direkt die Tilgungsrate erhöhen. Im Beispiel um 0,25 Prozent.

Dadurch bleibt die monatliche Belastung gleich, die Restschuld sinkt jedoch spürbar. Knapp 5.500 Euro weniger verbleiben nach Ablauf der Zinsbindung. Da sich Aufwand und Kosten einer Umschuldung in Grenzen halten, sollten Makler ihre Kunden auf diesen Effekt unbedingt hinweisen. Natürlich entscheidet nicht allein der Zins, sondern auch die Darlehensbedingungen der potenziell neuen Bank. Punkte wie etwa Sondertilgung, Anpassung der Tilgungsrate, Verzicht auf Forderungsverkauf sollten im neuen Vertrag nicht zum Nachteil des Kunden ausfallen.


Paragraf 489 BGB – Recht auf vorzeitige Kündigung. Nichtsdestotrotz ist und bleibt der Zinssatz der wichtigste Grund für eine Umschuldung. Vor allem Bauherren, die zu 5-Prozent-Zeiten ihre Darlehen über 15 Jahre aufnahmen, fiebern dem Ende ihrer Zinsbindung entgegen. Dabei räumt ihnen das BGB nach Paragraf 489 ein ordentliches Kündigungsrecht ein. Demnach besteht die Option, den Darlehensvertrag nach einer Laufzeit von zehn Jahren mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist aufzulösen, unabhängig davon, wie lange die Zinsbindung vereinbart wurde. Mit diesem Hinweis können Makler ihren betroffenen Kunden mehrere Tausend Euro ersparen. 

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