Altersvorsorge: Zwischen Mütterrente und Riester-Check

Versicherungen von Carla Fritz

Bei der Altersvorsorge warten auf die schwarz-rote Koalition in der neuen Legislaturperiode viele Baustellen. Das wurde bei der Herbstschätzung der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) in Würzburg deutlich.

Insbesondere geht es um die Absicherung von Geringverdienern und Selbstständigen sowie bei Erwerbsminderung, die Anerkennung der Kindererziehung und die Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben zur Rente. Diese Themen werden „voraussichtlich die Weiterentwicklung des Alterssicherungssystems in den kommenden Jahren bestimmen“, so die Alternierende Vorsitzende des DRV-Bundesvorstandes Annelie Buntenbach, die dort die Gewerkschaftsseite vertritt.
Nach ihrer Einschätzung gelingt es nicht, „dass die Menschen den zunehmenden Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung“ mit Riester oder der betrieblichen Altersvorsorge „hinterhersparen“.

Hier müsse man das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung für sich betrachten.
Bei der Riester-Rente habe es „am Anfang auch einige Illusionen gegeben – bezogen auf die Rendite und auch wer sich wie an dieser Altersvorsorgeform beteiligen kann“. Gerade von den Niedrigverdienern würden nur wenige riestern. – Insgesamt werden nach DRV-Angaben grob geschätzt jährlich zehn bis zwölf Milliarden Euro in Riester-Verträgen angespart, davon sind knapp drei Milliarden Euro Zulagen. Nach nunmehr elf Jahren Riester-Sparen plädierte Buntenbach für eine Bestandsaufnahme.

„Beide Systeme werden gebraucht“
Man müsse sich alle drei Säulen auf Schwachstellen hin anschauen – „auch weil wir sehen, dass in der zweiten und dritten Säule die Absicherung nicht ausreichend gelungen ist“, sagte der derzeitige DRV-Bundesvorstandsvorsitzende Alexander Gunkel, der dort die Arbeitgeberseite repräsentiert. Nur halte er nichts davon, die verschiedenen Säulen gegeneinander auszuspielen. „Wir brauchen beide Systeme“ – das umlagenfinanzierte und das kapitalgedeckte, das zumindest in Teilen demografiefester sei. Gunkel verwies außerdem darauf, dass der überwiegende Teil der Riester-Zulagen an Bezieher mit einem jährlichen Einkommen unter 30.000 Euro fließe. Insofern sei schon eine „gewisse Zielgenauigkeit“ gegeben.

Wie wirken die verschiedenen Alterseinkommen zusammen? Wie viel hat sich in den verschiedenen Bereichen wirklich entwickelt? Hier stochere man derzeit etwas im Nebel und müsse in der nächsten Legislaturperiode auf einer aktuellen Untersuchung bestehen, so der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische.

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