Versicherer sehen für Makler weniger Potenzial

Berater Top News von Stefan Terliesner

Towers Watson: Zunehmende Regulierung begünstigt anbieternahe Vertriebswege. Vermittlermarkt steht vor einer Konsolidierungswelle.

Auf Makler kommen schwierigere Zeiten zu. Die deutschen Lebensversicherer schätzen die Zukunftsaussichten für den Vertriebsweg Makler erneut deutlich schlechter ein. Netto gehen nur noch 36 Prozent von einer wachsenden Bedeutung aus (siehe Grafik). Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 50 Prozent. Dies geht aus dem Vertriebswege-Survey 2013 zur Lebensversicherung von Towers Watson hervor.

Die Daten seien vor Bekanntwerden der Diskussion um die Begrenzung der Abschlussprovision durchgeführt  worden. „Würde die Befragung aktuell erneut durchgeführt, wären die Einschätzungen für den unabhängigen Vertrieb noch kritischer“, wird Martin Baier, Berater bei Towers Watson und für den Survey verantwortlich, in einer Pressemitteilung zitiert.Entgegen der Prognose der Vorjahre rechnet Towers Watson mit einem sinkenden Anteil der unabhängigen Vermittler. Auch für Struktur- und Bankvertrieb werden, nicht zuletzt wegen des Drucks auf die Abschlussprovision, schwere Zeiten erwartet.

Stimmung für Makler verschlechtert sich
Der langfristige Vergleich zeigt einen Stimmungsumschwung hinsichtlich Makler und Ausschließlichkeitsorganisationen.

Quelle: Towers Watson_Berechnung des Index: Anteil der Versicherer, die von einer wachsenden Bedeutung ausgehen (41 Prozent) minus Anteil der Versicherer, die einen Rückgang erwarten (5 Prozent).


Wie einer Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, kommen die Ausschließlichkeitsorganisationen (AO) mit den Marktgegebenheiten am besten zurecht. Dazu Baier: „In einem durch Regulierung und andere Faktoren veränderten Umfeld haben die anbieternahen Vertriebswege die besten Chancen.“ Daher würden Direktvertrieb und AO an Bedeutung gewinnen.

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