Überschätzte Versorgung im Alter

Berater Top News von Stefan Terliesner

Zwei von drei Verbrauchern gehen von zu hohen Einkünften im Ruhestand aus. Zugleich ist die Absicherung des aktuellen Einkommens den meisten Menschen sehr wichtig.

2. Wenn ich gepflegt werde, erst im hohen Alter
Einerseits ist die Wahrscheinlichkeit des Pflegebedarfs im Alter tatsächlich höher, andererseits hat ein Unfall oder eine Krankheit nichts mit dem Alter zu tun. Jeder sechste Pflegebedürftige ist heute jünger als 65 Jahre. (© benjaminnolte - Fotolia.com)
 

Nach Ansicht von Finanzexperten überschätzen die Menschen in Deutschland nach wie vor ihre Einkünfte im Ruhestand. Oder andersherum: Sie unterschätzen ihre Vorsorgelücke. So jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage von Plansecur unter 69 Finanzberatern/-vermittlern.

Demnach stimmten 65 Prozent der Experten der Aussage „Die meisten Verbraucher unterschätzen ihre Versorgungslücke im Alter“ zu. Im Vergleich zur entsprechenden Umfrage im Jahr 2012 bedeute das einen Zuwachs von fünf Prozentpunkten – „trotz häufiger Appelle von Politikern und Verbraucherschützern privat für das Alter vorzusorgen, weil ansonsten der Lebensstandard aus dem Erwerbsleben im Alter nicht zu halten sein wird“, schreibt Plansecur in einer Pressemeldung.
Bei der Interpretation der Umfrageergebnisse solle bedacht werden, dass Finanzberater/-vermittler ein gewisses Eigeninteresse an der Diagnose „Vorsorgelücke“ haben. Mitunter können die Ergebnisse in diese Richtung verzerrt sein.

Die befragten Experten attestierten den Verbrauchern zumindest, dass diese ihre finanzielle Lücke im Pflegefall etwas realistischer einschätzen. Der Aussage „Die meisten Verbraucher unterschätzen ihre persönliche Versorgungslücke im Pflegefall und die daraus entstehenden Konsequenzen“ würden 57 Prozent zustimmen. In der Vergleichsumfrage 2012 hätten 66 Prozent der Finanzfachleute diese Aussage uneingeschränkt unterschrieben.

Gut möglich, dass die Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung („Pflege-Bahr “) sowie die damit verbundene öffentliche Diskussion bei vielen Menschen ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Pflegevorsorge geschaffen haben.

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