Gold schwächelt - Anleger flüchten

Investmentfonds von Christian Hilmes

Indexfonds, die den Goldpreis nachbilden, stehen auf der Verkaufsliste. Am Wochenbeginn waren die Abflüsse aus diesen ETFs so hoch wie zuletzt nach dem Einbruch des Goldpreises Ende Juni. Anleger schichten ihr Geld derzeit massenhaft von Gold in Aktien, Platin und Palladium um.

Das Anlagevolumen in Exchange Traded Funds (ETFs), mit denen Privatanleger auf den Goldpreis setzen können, erreicht den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Die Analysten der Commerzbank Corporates & Markets unter der Leitung des Rohstoffexperten Eugen Weinberg verweisen in ihrem aktuellen Marktbericht auf die größten Abflüsse seit Anfang Juli.

Marktführer größter Verlierer
Die Goldmenge, die für börsengehandelte Indexfonds hinterlegt werden, sank seit Jahresbeginn um 750 Tonnen. Von den insgesamt 11,5 Tonnen Gold, die seit Wochenbeginn aus den Gold-ETFs abgezogen wurden, entfallen 10,5 Tonnen auf den größten Fonds seiner Anlageklasse: Den SPDR Gold Trust (WKN: A0Q27V) besichert die Fondsgesellschaft State Street Global Advisors aktuell mit noch knapp 900 Tonnen Gold, das mehr als 37 Milliarden US-Dollar wert ist.

Gold bleibt weiterhin schwach
Der Kurs des SPDR Gold Trust stand vor rund einem Jahr noch über 130 Euro und fiel zur Jahresmitte auf unter 90 Euro. Der Goldpreis schwankte auf Jahressicht zwischen 1.754 und 1.187 US-Dollar pro Feinunze. In Euro gerechnet blieb der Goldpreis auch in dieser Woche weiter dreistellig.

Aktien kaufen - Gold verkaufen
„Offensichtlich schichten die Investoren ihr Geld weiterhin von Gold in Aktien um“, schreiben die Commerzbank-Analysten. Das geschehe angesichts neuer Rekordstände an den Börsen: Der US-Aktienindex S&P 500 zum Beispiel notiert seit dieser Woche erstmals über 1.750 Punkten. Das deutsche Börsenbarometer Dax steht derzeit erstmals bei knapp unter 9.000 Punkten.

Platin und Palladium gewinnen
Ein großer Teil des abfließenden Geldes aus Gold-ETFs wird nach Angaben der Commerzbank-Analysten auch in Indexfonds für andere Edelmetalle investiert. Am stärksten profitieren davon die derzeit steigenden Preise für Platin und Palladium. Unterstützt werden sie zudem von Zahlen des Verbands der europäischen Automobilhersteller, wonach die Neuzulassungen im September gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent stiegen. Beide Rohstoffe werden zur Herstellung von Katalysatoren verwendet.

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