BU als bAV spart Geld

Versicherungen von Markus Rieksmeier

Der Aufwand für Berufsunfähigkeitsschutz lässt sich reduzieren, wenn man Steuervorteile nutzt und das BU-Risiko über die bAV oder die Basisrente versichert. Hierzu gibt es nun einen kreativen Verkaufsansatz. Nicht neu, aber gut.

Auf der jüngst zu Ende gegangenen DKM-Messe stellt die HDI Leben einen „neuen“ Vertriebsansatz vor, den jeder Vermittler verfolgen kann: Berufsunfähigkeits-Versicherung (BU) über die betriebliche Altersversorgung (bAV). Möglich ist das bei den meisten Lebensversicherern. Im Grunde ist es ganz einfach. Ledige sparen bei der Entgeltumwandlung rund 50 Prozent ihres Bruttoaufwands; auch wenn es sich dabei um einen Solo-BU-Vertrag handelt.

Da BU-Renten im Leistungsfall über die bAV aber voll versteuert werden, muss der Steueranteil mitversichert werden. BU über bAV erzeugt also einen etwas höheren Bruttoaufwand – und entsprechend höhere Provision. In Zahlen nennt HDI Leben einen 30-Jährigen, der 1.800 Euro BU-Rente versichert. Das kostet im Beispiel 71 Euro im Monat als private Police der dritten Schicht.

In der zweiten Schicht als bAV kostet es brutto etwas mehr. Weil der Steuer wegen knapp 2.700 Euro zu versichern sind, ergibt sich ein Bruttobeitrag von 104 Euro. Unterm Strich zahlt der Kunde netto aber nur 54 Euro im Monat, rechnet HDI vor. Im Ergebnis hat der Kunde netto 1.800 Euro BU-Rente gesichert und 25 Prozent Beitrag gespart.

Sind Risiko und Kapitalanlage zu trennen?
Die BU-Rente als Steuersparmodell des „kleinen Mannes“ funktioniert natürlich auch in der ersten Schicht als Basisrente. Dieses Modell wurde von vielen Vertrieben in der Vergangenheit als Geschäftsmodell aufgebaut. Leider wurde des Öfteren vergessen, wegen der Steuer eine höhere Bruttorente zu versichern. Wenn dies aber – korrekt beraten - geschieht, dann lässt sich via Rürup-Rente ebenfalls Steuer sparen; wenn auch nicht so viel wie bei der bAV, wo oft auch Sozialabgaben entfallen. Außerdem geht BU-Rente-pur bei Rürup gar nicht, weil „Zusatzversicherungen“ höchstens 49 Prozent des Gesamtbeitrags ausmachen dürfen.

Im genannten Beispiel kostet der BU-Schutz 104 Euro. Eine Verdoppelung entsprechend der Rürup-Paragrafen würde also 208 Euro im Monat bedeuten und enthielte für 104 Euro zusätzlichen Sparbeitrag. Daraus ergeben sich knapp 200 Euro Altersrente – ein Rentenbedarf, den man einem Mann mit 1.800 Euro BU-Bedarf unterstellen kann. Mindestens. Insofern lohnt eine Kombination von Risiko und Kapital. Verbraucherschützer mahnen wiederholt, Risiko und Kapitalanlage sei zu trennen. Andererseits ist nicht bekannt, dass Verbraucherschützer ihren Anlageempfehlungen jedes Mal einen Tipp zum parallelen BU-Schutz beifügen.

Welche Art der BU-Vorsorge tatsächlich betrieben wird, hängt vom Ergebnis einer so genannten Schichten-Berechnung ab. Achtung: Nicht alle angebotenen Tools rechnen mit höheren Brutto-Renten bei BU! Unter den Vorbehalt einer Schichtenrechnung ist auch die Verkaufsidee der HDI Leben zu stellen.

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