Betriebliche Krankenversicherung auf Stopp?

Versicherungen Berater von Markus Rieksmeier

Quo vadis bKV?
Das BMF „kippt“ die 44-Euro-Freigrenze allerdings nicht für das laufende Jahr. Die neuen „Grundsätze“, wie sie das BMF nennt, sind "erstmals auf den laufenden Arbeitslohn anzuwenden, der nach dem 31.12.2013 zufließt", also ab 1. Januar 2014. Stefan Reker vom PKV-Verband hat sich in einer Stellungnahme gegenüber procontra geäußert: Für ihn steht das aktuelle BMF-Schreiben zur bKV „im klaren Widerspruch zur bisherigen Praxis und insbesondere zur Rechtsprechung des Bundesfinanzhof". Die Finanzverwaltung verkenne Charakter und sozialpolitische Bedeutung der bKV, die nunmehr erheblich steuerlich benachteiligt wird. „Eine Korrektur ist daher dringend erforderlich“, schließt Reker.

Christian Waldheim von EBS-Consulting, Hamburg, hat einmal den Mehraufwand berechnet, wenn bKV demnächst "Barlohn" ist. Seine Rechnung: Bei monatlich 2.500 Euro Bruttogehalt und 40 Euro bKV-Beitrag müssten Ledige künftig knapp 20 Euro, Verheiratete etwa 18 Euro Eigenanteil zuzahlen. Hinzu käme der Arbeitgeberanteil von jeweils 7,71 Euro, hat Waldheim berechnet. Das sind 60 Prozent Mehraufwand. Bis zur endgültigen Klärung der steuerlichen Zukunft der bKV stehen die Vermittler vor einem Rätsel. Bisher hatten gerade Makler, die im gewerblichen Bereich arbeiten, mit der bKV ein gutes Werbeargument - bei Unternehmen und Belegschaften. Nach Angaben des PKV-Verbands aus dem vergangenen Jahr halten 45 Prozent der Unternehmen die betriebliche Gesundheitsvorsorge für die wichtigste Nebenleistung des Arbeitgebers.

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