Betriebliche Krankenversicherung auf Stopp?

Versicherungen Berater von Markus Rieksmeier

Bisher können Arbeitgeber bis zu 44 Euro im Monat als steuerfreien Zuschuss für eine betriebliche Krankenversicherung gewähren. Laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums könnte dieser Steuervorteil ab 2014 entfallen.

Geprüft wurde nach Angaben des Bundesfinanzministeriums (BMF), „ob für Beiträge des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung des Arbeitnehmers (z.B. private Pflegezusatzversicherung und Krankentagegeldversicherung) die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge anzuwenden ist“. Mit anderen Worten geht es darum, ob der Arbeitgeber künftig weiterhin bis zu 44 Euro lohnsteuer- und sozialabgabenfrei zur betrieblichen Krankenversicherung (bKV) zuschießen darf. Dies hat das BMF nun ein einem Schreiben vom 10. Oktober verneint; und zwar unabhängig davon, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer gelten.

Steuerlicher Hintergrund ist die Beurteilung, ob der Arbeitgeber-Zuschuss als Barlohn oder als Sachbezug zu werten ist. Bisher ging man steuerrechtlich von einem Sachbezug aus. Das geht aus vielen Informationen der bKV-Versicherer hervor. So schreibt zum Beispiel die DKV in ihrem Steuermerkblatt zur bKV unter Berufung auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) von 2011, dass bKV-Beiträge „einkommens- und steuerrechtlich wie Sachzuwendungen behandelt werden“. Diese Einschätzung teilt das BMF nicht, vielmehr „führt die Beitragszahlung des Arbeitgebers (…) zum Zufluss von Barlohn. Die 44-Euro-Freigrenze ist damit nicht anzuwenden“, schreibt das BMF. Und weiter: „An der Qualifizierung als Barlohn ändert auch das BFH-Urteil vom 14. April 2011 nichts“, also genau das bisher von den Versicherern angewandte Urteil.

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