Allianz spekuliert nicht mit Nahrungsmitteln

Top News Investmentfonds von Markus Rieksmeier

In einem Offenen Brief wehrt sich die Allianz gegen Vorwürfe, sie würde mit Nahrungsmitteln spekulieren. Damit reagiert das Unternehmen auf kritische Organisationen wie Oxfam oder Attac - und auf eine Demonstration in Frankfurt.

In den vergangenen Monaten hat die Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam Deutschland nach eigenen Angaben über 50.000 Unterschriften gegen Lebensmittelspekulation gesammelt. Kürzlich zog die Organisation zusammen mit Attac, Misereor und anderen Aktivisten durch Frankfurt am Main. „Spekulanten in die Schranken“ nannte Oxfam die Aktion und demonstrierte vor der Deutschen Bank genauso wie am Gebäude von Allianz Global Investors (AGI) gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Nun hat die Allianz in Person ihres Vorstands Ralph Jay einen Offenen Brief an Oxfam geschrieben. „Den Vorwurf der Nahrungsmittel-Spekulation halten wir für falsch“; man habe die Organisation mehrfach aufgefordert, ihre Kritik zu belegen.

Die Kritiker, nicht nur von Oxfam, werfen der Allianz, aber auch der Deutschen Bank, vor, die Spekulation mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen an den Warenterminbörsen treibe die Lebensmittelpreise nach oben – und damit den Hunger in der Welt. Ralph Jay hingegen argumentiert, Rohstoff-Investoren hätten keinen Einfluss auf die Lebensmittelpreise, weil sie bei steigenden Preisen verkauften und, umgekehrt, bei fallenden Preisen kauften. Als logischen Schluss daraus und auf die betreffenden Investoren bezogen schreibt Ralph Jay: „Hätten sie Einfluss auf eine Preisentwicklung, würden sie damit eher zu einer Preisglättung beitragen“. Die Allianz verweist auch auf einschlägige wissenschaftliche Studien dazu.

Allerdings gebe es, wie der „Spiegel“ in einem Beitrag ergänzt, mehrere widersprüchliche Studien zu Warentermingeschäften mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen. Aus diesem Grund, so steht es zu lesen, forderten die Gegner, im Zweifel auf Nahrungsmittel-Investments zu verzichten – zumindest bis wissenschaftliche Klarheit herrsche. So hätten beispielsweise die Commerzbank und die DZ-Bank sich aus Investments mit Lebensmitteln zurückgezogen. Die Allianz betont in ihrem Offenen Brief weiter, dass ihre Anleger (neben der AGI auch die Fonds-Tochter Pimco) bei Rohstoff-Kontrakten auch an starken Handelstagen mit maximal 0,1 Prozent der jeweiligen Papiere beteiligt seien. Außerdem weist der Versicherer darauf hin, „dass wir keine Rohstoffe kaufen, lagern oder dem Markt entziehen“.

Foto: © Visions-AD - Fotolia.com

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