Schwellenländer-Fonds: Zauberland ist abgebrannt

Investmentfonds von Julia Groth


Fed-Ankündigung mit Kettenreaktion. Die aktuelle Schwächephase hat mehrere Gründe. Der erste ist die Ankündigung der US-Notenbank Fed, ihre lockere Geldpolitik allmählich zurückzufahren. In der Folge stiegen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen, was wiederum die Aktienmärkte unter Druck setzte. Der absehbare Wandel in der US-Geldpolitik stärkte darüber hinaus den Dollar und setzte die Währungen in Schwellenländern unter Druck (siehe Interview). Um ihre Währungen zu stützen, müssen viele Schwellenländer die Zinsen erhöhen, was wiederum das Wirtschaftswachstum bremst.

Ein weiterer Grund ist die vergleichsweise schwache Konjunktur in China, das als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt einen der wichtigsten Märkte für viele andere Schwellenländer darstellt. Die chinesische Notenbank verfolgt seit einiger Zeit eine restriktivere Geldpolitik, mit der sie den lokalen Banken- und Immobiliensektor stabilisieren will, aber das Wirtschaftswachstum bremst.

All diese Faktoren wirken jetzt insbesondere auf Länder, die fundamental eher schwach dastehen. Brasilien etwa: „Das Land hat gewaltige Strukturprobleme“, betont Harald Egger, Leiter des Aktienteams beim österreichischen Fondsanbieter Erste-Sparinvest (ESPA). 

Die Infrastruktur ist miserabel, die Bildungspolitik wird des Fachkräftemangels nicht Herr, die Wirtschaft wächst nur langsam und die Inflationsrate liegt mit rund 7 Prozent sehr hoch. Darüber hinaus leidet Brasilien als großer Rohstoffexporteur unter der sinkenden Nachfrage aus China. Russland und Indien geht es ähnlich. Kein Wunder also, dass die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China derzeit besonders schlecht abschneiden.

Der Index MSCI BRIC bewegt sich bereits seit einiger Zeit deutlich unter dem MSCI Emerging Markets. BRIC-Aktienfonds haben im laufenden Jahr mit einem durchschnittlichen Minus von rund 13 Prozent fast doppelt so stark verloren wie globale Schwellenländerfonds. Auf lange Sicht sieht es nicht besser aus. Während weltweit investierende Produkte auf Dreijahressicht im Schnitt immerhin ein Plus von 0,5 Prozent verzeichnen, machten BRIC-Fonds im selben Zeitraum durchschnittlich 6 Prozent Minus.


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