Wann die Unfallversicherung nicht zahlt

Unfallschutz von Christian Hilmes

Die Anbieter von Unfall-Policen kommen in den Medien meistenfalls schlecht weg: Ihnen wird vorgeworfen, ihren Kunden berechtigte Leistungen zu verweigern. procontra untersuchte, wann die Versicherer zahlen und wann nicht.

Foto: © artfocus

Beim Stichwort Unfallversicherung denken die meisten Verbraucher zunächst an die gesetzliche Pflichtversicherung. Doch die zahlt nur, wenn bei der Arbeit, in der Schule oder am Ausbildungsplatz beziehungsweise auf dem Weg dorthin ein Unglück geschieht. Alle bleibenden Schäden nach Verletzungen im privaten Bereich sind dagegen nicht eingeschlossen.

Das musste vor rund einem Monat auch die Witwe eines ehrenamtlichen Leichtathletik-Kampfrichters festellen. Sie hatte vor dem Düsseldorfer Sozialgericht geklagt nachdem ihr Mann im August 2012 tödlich verunglückt war: Er wurde von einem Speer getroffen und erlag seinen Verletzungen. Doch dabei handele sich um einen Freizeitunfall, urteilten die Richter.

Gesetzliche zahlt nur bei Arbeitsunfällen
Dem Urteil (Aktenzeichen: S 1 U 163/13) zufolge stehen der Witwe keine Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu, denn ihr zum Unfallzeitpunkt 74 Jahre alter Mann war bei dem Wettkampf lediglich gegen Aufwandsentschädigung tätig. Dieses drastische Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zeigt, wie schnell die Grenzen des gesetzlichen Schutzes erreicht sein können.


Um ihre Freizeitaktivitäten abzusichern, sind deutsche Verbraucher auf private Unfallversicherungen angewiesen. Das gilt insbesondere für Selbstständige, die noch nicht einmal unter die gesetzliche Unfallversicherung fallen. Und auch wer zum Beispiel im eigenen Haushalt schuftet, ist bei den unfallträchtigen Arbeiten nicht gesetzlich unfallversichert.

Folge des Unfalls muss bewiesen werden
Damit es mit dem privaten Versicherer im Fall des Unfalls keinen Streit über die Schadensregulierung gibt, müssen die Unfallopfer beweisen können, dass ihre Leiden auf den Unfall zurückzuführen sind. Außerdem zahlen die Versicherer nicht für jeden Unfall. Mit ihren Kunden kommt es mitunter zum Streit um die Frage: „Was ist überhaupt ein Unfall?“

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