Mehr Power im Antriebsaggregat

Versicherungen Thema Fondspolicen von Sebastian Wilhelm

Garantiemodelle und zusätzliche Versicherungsleistungen: schön und gut, aber entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Fondspolice sind am Ende die Fonds, in die das Geld fließt. Die Versicherer reagieren mit stetigen Erweiterungen ihrer Fondsauswahl auf das wachsende Bedürfnis nach Diversifikation und Transparenz.

Wenn man sich das Prinzip Fondspolice als Auto vorstellt, dann hat sich bei Fahrgestell, Karosserie und Ausstattung in den letzten Jahren einiges getan. Den gestiegenen Sicherheitsansprüchen der Kunden tragen die Anbieter mit zunehmend ausgefeilteren Systemen Rechnung. Doch Airbags an jedem Sitzplatz, Sicherheits-Fahrgastzelle, ABS, ESP und Co. fordern ihren Tribut: Sie erhöhen das Gewicht und damit auch die Anforderungen an die Antriebseinheit. Wenn die Kraft des Motors nicht ausreicht, kommt das sicherheitsbewehrte Gefährt so wenig von der Stelle wie eine gepanzerte Maybach-Limousine mit Trabant-Zweizylinder.

Auf fondsgebundene Rentenversicherungen (FRV) übertragen gilt analog: Je mehr Garantien und Zusatzbausteine die Assekuranzen in ihre Fondspolicen packen, desto mehr Performance müssen die Investments bringen, wenn am Ende eine auskömmliche Rendite unterm Strich stehen soll. Die ausgewählten Fonds entscheiden als Motor einer FRV letztlich über deren Gesamtleistung. Denn auch die raffiniertesten Sicherungsmechanismen können nicht greifen, wenn nichts zu sichern da ist. Dementsprechend steht das Produktentwicklungskarussell auch in puncto Fondsauswahl nicht still, verbreitern die Anbieter stetig die Basis für die individuellen Anlageentscheidungen ihrer Kunden.

Eine Ferie-Studie zählte vor drei Jahren noch durchschnittlich 50 Fonds, unter denen die Versicherten wählen konnten. Bei einer procontra-Stichprobe unter neun Gesellschaften (siehe Tabelle) zeigt sich, dass die Auswahl auf im Schnitt rund 75 Fonds und damit um 50 Prozent angewachsen ist. Darin spiegelt sich eine erhöhte Sensibilität für die Bedeutung einer gut durchdiversifizierten und begründeten Fondsauslese wider. Ein bisschen Templeton Growth, ein bisschen Fidelity European Growth, ein bisschen DWS Akkumula, und dann jahrzehntelang laufen lassen – diese traditionell-schlichte Investmentphilosophie reicht immer weniger Kunden aus.

„Mehr bringt mehr“ gilt nicht. Doch natürlich garantiert eine quantitative Aufstockung allein nicht automatisch mehr Qualität in der Anlagepalette. Irgendwann ist der Kunde überfordert, und auch Vermittler können schwerlich eine vierstellige Zahl von Fonds überblicken und fortwährend evaluieren. Zudem wäre es unsinnig, als schwach erkannte Vehikel bloß der Vollständigkeit halber mit aufzunehmen. Es kommt also auf eine objektive Vorselektion seitens der Produktanbieter an, sie bestimmt die Qualität eines Sortiments.

Die InterRisk etwa hat kürzlich ihre Fondspolice IRis mit einer gezielt verbreiterten Fondsauswahl unterlegt. Unter den nunmehr 100 Fonds, von denen bis zu 20 kombiniert werden können, finden sich auch 18 ETFs (Exchange Traded Funds). Die in der Regel passiv verwalteten und daher kostengünstigen Indexfonds erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Kunden und halten auch in die Angebote anderer Gesellschaften mehr und mehr Einzug. Als Orientierungshilfe gibt die InterRisk den Kunden optional auch drei strategische Fondspakete an die Hand: IRis ETF besteht aus zehn ausgewählten ETFs mit unterschiedlichen Schwerpunkten; IRis Verde versammelt fünf grüne, nachhaltige Ökoworld-Anlagen für den ethisch anspruchsvollen Investor (mit Kriterien wie sozial- und umweltverträgliche Produktionsbedingungen, Verzicht auf Rüstungsgüter und so weiter); IRis Vermögensverwaltende Fonds schließlich ermöglicht den Versicherten den Zugang zu führenden Vermögensverwaltern (VV), deren Kunden normalerweise siebenstellige Summen mitbringen müssen.

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Foto: everythingpossible/fotolia.com

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