Investitionsobjekt: Wasser?

Investmentfonds von Markus Rieksmeier

Das Rating-Unternehmen Scope hat Investmentfonds betrachtet, die zurzeit in Wasser und Wasserinfrastruktur investieren. Neben Investitionsbetrachtungen geht es auch um Nachhaltigkeit, damit Wasser nicht zum reinen Spekulationsobjekt wird.

In den vergangenen fünf Jahren haben von 14 analysierten Fonds mit dem Investitionsschwerpunkt „Wasser“ nur drei Produkte oberhalb des MSCI World-Index rentiert. Dies ergibt sich aus einer jetzt veröffentlichten Analyse des Rating-Unternehmens Scope. Laut Scope ist der MSCI zwar „nicht der primäre Maßstab“ für Performance-Betrachtungen von Wasserfonds. Jedoch kauften Investoren „nur mit dem Ziel, die Marktperformance zu schlagen“.

Während der MSCI in der Fünfjahres-Betrachtung absolut um knapp 50 Prozent zulegte, kamen Wasserfonds nur auf 30 Prozent Wertzuwachs, berichtet Scope. Spitzenreiter sei der „Tareno Waterfund R1 EUR“ mit rund 64 Prozent. Das schlechteste Ergebnis hat demnach der „Hornet Infrastructure – Water Fund (EUR)“ vorzuweisen, der in 60 Monaten absolut 14 Prozent eingebüßt habe. Auch wird die Volatilität bei Wasserinvestments mit einer Spreizung von 8 bis 21 Prozent ausgewiesen. Im Durchschnitt seien es 15 Prozent und damit ein Punkt oberhalb des MSCI (14 Prozent).

Generell könnten Wasserinvestments als antizyklische Anlagen laut Scope nicht immer zyklisch und antizyklisch zusammengesetzte Indizes schlagen. In Speziellen sei die Performance von der jeweiligen Zusammensetzung der Wasserfonds abhängig, „weil das Thema Wasser sehr breit gefasst ist“. So enthielten die Fonds recht unterschiedliche Einzelwerte zu Wasser-Infrastruktur, Trinkwasser oder auch Wasseraufbereitungsanlagen, was den Vergleich der Fondsportfolios untereinander erschwert. Dementsprechend seien Investments in Wasser mit vielen Risiken verbunden und eigneten sich „ausschließlich als Beimischung“ im Portfolio, so das Scope-Fazit.

Nachhaltigkeit im UNO-Weltwasserjahr 2013

Aus den Informationen von Scope geht nicht hervor, ob die geprüften Produkte nachhaltig sind, indem die Investments etwa zur Sicherung der Wasserversorgung beitragen - oder nicht. Je nach Quelle haben derzeit etwa eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, und die Knappheit kann zur Spekulation verführen – oder nicht.

Hierzu hat Felix Schnella von Ökoworld Lux (Versiko Gruppe) in einem Presseinterview anlässlich des Weltwasserjahres 2013 Stellung genommen: „Unternehmen, die Gewinne durch Spekulation (…) mit Wasser erzielen (…) lehnen wir konsequent ab“ und spricht von einem „Tabu“. Sein Unternehmen gibt sich ethische Rahmenbedingungen, die sich konkret an Standards der Internationalen Arbeitsorganisation orientieren. So weist es jedenfalls die Internetseite von Ökoworld aus, wenn man das Fonds-Portrait beispielsweise des „Ökoworld Water for Life“-Fonds anschaut.

Das genannte war nur ein zufällig gegriffenes Beispiel zum Thema Nachhaltigkeit. Eine weitere Google-Suche zu Wasserfonds führte zwar zu weiteren Produktergebnissen, für die auch mit Nachhaltigkeit geworben wird. Allerdings eher mit „nachhaltiger“ Renditeerwartung und dem Hinweis auf zunehmende Wasserknappheit. Ethische oder Sozialstandards sind dort auf den ersten und zweiten Blick nicht zu finden. Finanzvermittler, die sich mit dem Thema beschäftigen, sollten sich neben den Kennzahlen auch mit dem Thema Nachhaltigkeit der Fondsanlage befassen, bevor sie Wasserprodukte in ihr Angebotsportfolio aufnehmen.

Foto:© styleuneed - Fotolia.com

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