Fidelity bremst Manager

Investmentfonds von Rainer Kreuzer

Das Fondshaus Fidelity Worldwide Investment will die Unternehmensvorstände zu einer längeren Haltefrist ihrer als Boni zugeteilten Aktien verpflichten.

Die derzeit übliche Mindesthaltefrist von drei Jahren sei „vor der Finanzkrise geschaffen worden und müsse reformiert werden“, fordert der Chef der globalen Aktieninvestments bei Fidelity, Domonic Rossi. Schon ab Beginn des kommenden Jahres wolle Fidelity seine Aktionärsmacht nutzen, um gegebenenfalls gegen die Annahme der Vergütungsberichte zu stimmen.

„Die Unternehmenschefs sind unwillig, aus der Reihe zu tanzen und die Dreijahresregel zu durchbrechen“, begründet Ross seine Offensive. Zunächst werde er von den Vorständen in ganz Europa eine Mindesthaltefrist von mehr als drei Jahren verlangen. Ab 2015 wolle er die Bremse noch weiter anziehen und die Manager zu einer fünfjährigen Haltefrist drängen.  Bereits im Sommer habe Fidelity 400 Aktiengesellschaften angeschrieben und ihnen seine Forderungen mitgeteilt.

Die Fondsgesellschaft hatte zuvor 304 im britischen FTSE-Index gelistete Unternehmen untersucht und festgestellt, dass nur bei 14 von ihnen Haltefristen von  fünf Jahren gelten. Bei 52 Aktiengesellschaften lägen die geregelten Fristen zwischen drei und fünf Jahren. 

Mit diesem Vorstoß wolle Fidelity „die Unternehmenskultur verbessern“, begründete Rossi seine Ankündigung. Der Anreiz zur kurzfristigen Gewinnmaximierung müsse zurückgeschraubt werden. Stattdessen sollten mit einem längerfristig ausgerichteten Belohnungssystem Investitionen und Wachstum gefördert werden. 

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