Beteiligungs-Checks: Bamboo Energy und Sachwertkauf NobilisPriva

Sachwerte von Robert Krüger-Kassissa

procontra beschäftigt sich mit zwei Investments, die sich dem Rohstoff Holz verschrieben haben.

Der Vergleich zwischen dem Bamboo Energy von Clean Planet GmbH und den Nobilis-Produkten hinkt etwas, denn der Bamboo ist ein „klassischer“ geschlossener Fonds, der Nobilis dagegen ein Sachwertkauf. „Unser Sachwertkauf ist am ehesten mit dem Erwerb einer Immobilie von einem Bauträger vergleichbar, bei dem der Kaufpreis vorab gezahlt wird und der Käufer für die Bauzeit eine erstrangige dingliche Sicherheit erhält, bis ihm das Kaufobjekt übereignet wird“, sagt Andreas Rühl, Vertriebsleiter der Nobilis Edelholz Sachwertanlagen AG. „Deshalb zählt Nobilis nicht zur Gattung der Kapital- oder Vermögensanlagen.“ Somit passt das Produkt nur bedingt in die Rubrik Beteiligungs-Check, wurde aber dennoch hier ausgewählt, um deutlich zu machen, welche Bandbreite Anleger haben, die sich für Holzinvestments interessieren.

Bamboo Energy wirft Fragen auf
Das „fondstelegramm“ hat bereits darüber berichtet, dass Verflechtungen zwischen den Emissionshäusern Canada Gold Trust und Clean Planet sowie der Brenneisen Capital AG bestehen: „Wesentlich ist, dass Brenneisen an den Emissionshäusern Clean Planet GmbH und Canada Gold Trust GmbH nicht nur gering beteiligt ist und damit ein Eigeninteresse hat, das über die Produktvermittlung hinausgeht. Es wäre ein Gebot der Fairness Anlegern und Vertriebspartnern gegenüber gewesen, Brenneisens Eigeninteresse darzulegen, das auf mehreren Ebenen des Gesamtkonstrukts zum Tragen kommt.“ Entgegen der Printversion dieses Artikels hat Clean Planet nun gegenüber procontra reagiert. „Es gibt aktuell keine Verflechtungen zwischen der Brenneisen Capital und den genannten Emissionshäusern“, sagt Konstantin Tsoraklidis, Geschäftsführer der Clean Planet. Und Manfred Brenneisen erklärt: „Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile der Brenneisen Capital AG durch die Infinus AG Ihr Kompetenz-Partner im Dezember 2012 wurde zur Vorbeugung etwaiger Interessenkonflikte die Anteile der Lion Asset GmbH zu 100 Prozent verkauft.“ Käufer ist eine ausländische Investmentgesellschaft im institutionellen Bereich. „Sowohl mit der Brenneisen Capital als auch der Infinus-Gruppe bestehen mit diesem Käufer keinerlei personelle und geschäftliche Verflechtungen. Die indirekte Beteiligung der Brenneisen Capital mittels der Lion Asset GmbH an den Firmen der Canada Gold Trust Gruppe und der Clean Planet Gruppe wurden somit vollständig mit Notarurkunde vom 18.12.2012 aufgehoben“, so Brenneisen. Mit Feststellung des Jahresabschlusses 2012 im April 2013 wurde der Geschäftsführer Manfred Brenneisen abberufen sowie die erteilten Prokuren widerrufen. Gleiches hinsichtlich der Prokura gilt für Michael Andreas Ungethüm. Neuer Geschäftsführer ist Uwe Wermke.  „Das Angebot Clean Planet – Bamboo Energy 1 ist unverändert ein durch die Brenneisen Capital empfohlenes Produkt. Insbesondere die enormen Fortschritte auf den Plantagen lassen einen prospektgemäßen Verkauf erwarten“, sagt Brenneisen.

Verwunderlich ist eine laut Nachtrag Nummer 1 vom 29. Juni 2012 deutliche Erhöhung der prognostizierten Ausschüttungen über die Gesamtlaufzeit von 114 auf 242 Prozent. Es ist der erste Fonds dieser Art von Clean Planet, Track Record beziehungsweise Leistungsbilanzen: Fehlanzeige. Prognostizierte jährliche Renditen von knapp 35 Prozent klingen zu schön, um wahr zu sein, wirken aber besonders fragwürdig, wenn der Initiator diese zu erbringende Leistung nicht einmal durch erbrachte Leistungen in der Vergangenheit annähernd dokumentieren kann. „Das ist ein wunder Punkt eines Erstlingswerks, der allen durchgegangen ist – bis auf den wachen Blick des Wirtschaftsprüfers im Zuge der IDW-S4-Prüfung. Die erste Rechnung war schlicht falsch und berücksichtigte nicht die Kapitalrückführung. Die kalkulatorische Rendite über die Laufzeit unterstellt, ergibt eine geplante Gesamtausschüttung von 242 Prozent, darin berücksichtigt sind die 100 Prozent Kapitalrückführung“, so Tsoraklidis. Die tatsächliche, rein betriebswirtschaftlich als Gewinn deklariert zu leistende Ausschüttung betrage ca. 142 Prozent, was über eine Laufzeit von acht bis neun Jahren etwas zwischen 15,8 und 17,8 Prozent entspricht.

Unklar ist auch, warum der Fonds laut Prospekt Kommanditkapital über eine noch einzugehende Beteiligung an der philippinischen Investitionsgesellschaft Bambus Waldfonds Corp. in die Tablas Bamboo Plantation Corp. (Investitionsobjekt) vergibt und nicht direkt in die Tablas Bamboo Plantation Corp. investiert (laut Prospekt: keine Konflikte mit der nahrungserzeugenden Landwirtschaft). Dazu Tsoraklidis: „Dies geschieht aus steuerlichen Gründen und weil in der Projektgesellschaft auch die Managementleistungen enthalten sind. Es handelt sich zudem bei beiden philippinischen Gesellschaften um hundertprozentige Tochterunternehmen der KG.“ Dies sei vergleichbar mit einer Immobilienentwicklungsgesellschaft, bei der Anleger auch direkt an den Managementleistungen wie der Arbeit der Ingenieure usw. und nicht nur am Objekt partizipieren. „Es ist eine echte unternehmerische Beteiligung, bei der die Weiterentwicklung des Bambus, die Evaluierung geeigneter Flächen, der Abverkauf des geernteten Bambus eine ebenso große Rolle spielen, wie der Bambus selbst“, erläutert Tsoraklidis. Aufgrund der großen Zustimmung wurde nach Angaben des Unternehmens der Platzierungszeitraum des Fonds bis zum 30. September verlängert. Dass sich der Fonds auf seiner Website mit entsprechenden positiven Presseberichten und -analysen einschlägiger Medien schmückt, braucht an dieser Stelle eigentlich nicht erwähnt zu werden. Auch dies ist ein bekanntes Phänomen, wie procontra bereits mehrfach dargestellt hat.

Realistisch wirkende Renditen
Die von Nobilis in Aussicht gestellten Renditen wirken realistisch. Positiv zu vermerken ist zudem, dass Unternehmensgründer Dr.-Ing. Andreas Nobis die Unternehmensgruppe an die gemeinnützige Lignum-Stiftung (90 Prozent der Anteile) sowie die Dr. Nobis Familienstiftung (10 Prozent) übertragen hat. Die Stiftungssatzungen verpflichten das Unternehmen auf ethische Werte und Nachhaltigkeit. Das schließt nach eigenen Angaben ein, ein zuverlässiger Partner der Anleger zu sein.

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