Allianz saniert alte DDR-Policen

Versicherungen von Markus Rieksmeier

Elementarschutz: Die Allianz wird Hochwasserrisiken künftig stärker differenzieren und Altverträge aus der DDR anpassen.

Nach den diesjährigen Hochwasserschäden in Höhe von 600 Millionen Euro saniert die Allianz einen Teil ihrer 450.000 Gebäudepolicen aus DDR-Zeiten. Es gibt zwar keine Schadenkündigungen, aber Änderungsangebote mit Zuschlägen und Selbstbehalten. Die Allianz wird Hochwasserrisiken künftig stärker differenzieren und die Konditionen für den Elementarschutz anpassen.

Nach Mitteilung des Unternehmens erhalten 15.000 Kunden an risikoreichen Versicherungsorten demnächst ein Änderungsangebot. „Den meisten Briefen liegt ein neues Vertragsangebot mit einem Selbstbehalt (…) bei“, schreibt das Unternehmen. Einige wenige Kunden erhalten demnach kein Angebot. Angeblich handle es sich nur um 0,5 Prozent der Fälle, in denen kein Angebot möglich sei, hieß es auf einer Pressekonferenz der Allianz in Leipzig. Für etwa 12.000 betroffene Privatkunden in stark gefährdeten Hochwasser-Gebieten (ZÜRS-Zonen 3 und 4) soll künftig eine Selbstbeteiligung von 1.500 oder 3.000 Euro je Schaden gelten. „Je nach Vertrag“, so die Allianz, werde künftig außerdem ein Prämienzuschlag von 100 oder 150 Euro pro Jahr erhoben.

In der Vergangenheit seien stark hochwassergefährdete Kunden laut Allianz-Vorstand Severin Moser „vom Versichertenkollektiv hochgradig subventioniert“ worden. Diese Praxis wolle man nun beenden; andererseits wolle man auch keine Kunden verlieren. Deshalb seien die angekündigten Prämienerhöhungen und Selbstbehalte niedriger als im Neugeschäft, betont das Unternehmen. Hinsichtlich neuer Selbstbehalte, die einige Kunden abschrecken könnten, verweist die Allianz auf viele aktuelle Hochwasser-Totalschäden im sechsstelligen Bereich.

Foto: Allianz