Riester- und bAV-Rendite auf gleichem Niveau

Berater von Markus Rieksmeier

Riester- und Betriebsrenten liegen in ihren Renditen knapp beieinander, hat das DIA-Institut festgestellt. Auf das Einkommen, die Kinderzahl und den Familienstand kommt es an.

Viele Kunden fragen sich, wie sie privat optimal vorsorgen können. Im Fokus sind dabei oft die geförderten Sparwege, vor allem Riester und die bAV-Entgeltumwandlung. Das DIA-Institut hat eigenen Angaben zufolge 34 Musterfälle untersucht und gibt eine Faustformal für die Sparrendite von Riester und bAV an: Für Geringverdiener gelte, dass bei kinderlosen Menschen oder solchen mit höchstens einem Kind die Entgeltumwandlung einen leichten Rendite-Vorteil gegenüber Riester hat. Hier geben ersparte Sozialabgaben bei der bAV den Ausschlag.  

Anders sieht es laut DIA aus, wenn Kinder im Haushalt leben. Dann bewirkt die Kinderzulage ab dem zweiten Kind bei Riester eine höhere Rentabilität: „Erst wenn mehr als ein Kind vorhanden ist, schwenkt das Pendel zugunsten der Riester-Rente aus“, schreibt das DIA auf seiner Internetseite. Für die genannten Geringverdiener-Beispiele hat das DIA ein Bruttoeinkommen von 1.500 Euro im Monat zugrunde gelegt. Einkommenshöhe, Familienstand und Kinderzahl bestimmen die Rendite – und die Unterschiede zwischen Riester und bAV.

Unwesentliche Renditeunterschiede

Zum Testdesign: In seinen Vergleichen zieht das DIA stets die Durchschnitts-Ergebnisse der 12 größten Lebensversicherer heran, jeweils die prognostizierte Rentenleistung inklusive Überschüssen. Bei dem vom DIA gezeigten Musterbeispiel eines Ledigen (1.500 Euro brutto, kinderlos) ergibt sich der Rendite-Vorteil zugunsten der Entgeltumwandlung aus einem Unterschied von lediglich 0,01 Prozentpunkten gegenüber der Riester-Rente (3,48 Prozent Nettorendite für Riester; 3,49 Prozent für die bAV). In einem anderen Vergleich eines Verheirateten mit einem Kind „spreizt“ sich der Rendite-Unterschied auf 0,20 Prozentpunkte. Dort „gewinnt“ Riester mit 3,48 Prozent gegenüber der bAV mit 3,28 Prozent Nettorendite.

„Renditepapst“ Prof. Klaus Jaeger von der Freien Universität Berlin hat die Nettorenditen von Riester und Entgeltumwandlung (damals inklusive Rürup- und Privatrente) bereits im Herbst 2004 untersucht. Anlass war seinerzeit - am „Vorabend“ der Rürup-Reformen vom Alterseinkünfte-Gesetz bis Hartz IV – dieselbe Frage: Welche Sparform ist die beste? Jaeger titelte und textete damals: „Auf die Rendite nach Steuern kommt es an“. Zu Rendite-Unterschieden unterhalb von 0,25 Prozentpunkten sagte er, dies falle in die Wahlfreiheit, vulgo Austauschbarkeit der einen oder anderen Sparform (die so genannte Fungibilität). Noch kürzer, bis zu einem Viertel Prozentpunkt ist die Wahl des Produktes egal.

Für ledige Geringverdiener kam Jaeger schon vor knapp zehn Jahren auf dasselbe Ergebnis wie das DIA: Entgeltumwandlung. Abschließend weist das DIA auf die korrekte Beratung des Einzelfalls hin. Dafür haben die Vermittler zwischenzeitlich die so genannten „Schichtenrechner“, deren meist korrektes Ergebnis enthaftend wirkt.

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