Makler und Versicherer suchen BU-Alternativen

Berater Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier


Vertrieb verunsichert

Aber die Alternativen zum „Top-BU-Schutz“, wenn es denn welche sind, verunsichern den Vertrieb. In einer Expertenbefragung haben die Marktforscher von „Heute & Morgen“ Vorbehalte bei Versicherungsmaklern festgestellt. 30 befragte Makler mit BU-Schwerpunkt fühlten sich über Alternativen zur BU-Versicherung mindestens schlecht informiert. Andererseits, das sagen die Meldungen der Befragten auch aus, sei BU-Schutz für viele ihrer Kunden nicht mehr zu bekommen. Weil die Versicherer parallel zu den Verbesserungen ihrer Bedingungen eine wesentlich strengere Annahmepolitik fahren. Also werden Alternativen zur BU gebraucht.

Bei BU-Alternativen fehlen wissenschaftliche Vorgaben

Einen Ersatz für die BU-Police zu finden, erweist sich bis heute als schwieriges Unterfangen. Im Jahr 2008 begann die heutige Deutsche Gesellschaft für Finanznorm in Schwetzingen mit den Vorarbeiten zu einer allgemein gültigen Beratungsnorm für den Privathaushalt. Für alle wirtschaftlichen Bereiche des Verbrauchers sollte ein Regelwerk erstellt werden, welche Risiken zuerst und wie hoch versichert werden sollen. Maßstab war das Einkommen des Haushaltes, das sinnvoll auf die Vorsorgebereiche verteilt werden soll. Insgesamt kann man zwar sagen, dass das Regelwerk gelungen ist, aber auch hier klafft hinter der BU-Versicherung eine Lücke. „Hinter“ der BU meint, wenn diese nicht möglich ist.

Es besteht bisher keine Einigkeit, auch nicht unter Wissenschaftlern, wie man eine BU-Versicherung ersetzt, falls diese unerreichbar ist – sei es aus medizinischen oder wirtschaftlichen Gründen. Wie sollten dann Versicherungsmakler diese Frage beantworten? Es fehlt an Vorgaben. Das hat auch die Ratingagentur Franke und Bornberg erkannt und ein „Forum Arbeitskraftsicherung“ gegründet. Neben einer Roadshow, auf der Versicherer und Makler gemeinsam an Musterfällen arbeiten, hat das Forum das Ziel, Alternativen zur BU zu entwickeln. Eine der anspruchsvollen Fragen kann zum Beispiel das Verhältnis von BU-Topschutz zu einem BU-Basisschutz und zur Dread-Disease-Versicherung sein.

Makler und Versicherer suchen gemeinsame Lösungen zur Arbeitskraftsicherung
Damit Versicherer und Makler gemeinsam die „zweitbeste“ Arbeitskraftsicherung nach der „Top-BU“ finden, sind neben Fachfragen auch Haftungsfragen zu klären. Zum Beispiel, ob der Makler heute und in Zukunft ungestraft einen BU-Basisschutz zum Beispiel ohne Leistung bei psychischen Erkrankungen anbieten dürfte. In diesem Zusammenhang spielen die rechtlichen Hinweise des Münchener Rechtsanwaltes Dr. Johannes Fiala ein Rolle. Dieser beschreibt in einem Aufsatz „Die häufigsten typischen Beratungsfehler in der BU-Vermittlung“. Als ein Beispiel für einen typischen Beratungsfehler nennt Fiala die „unzutreffende Aufklärung zu Leistungsunterschieden“.

Aber genau diese Unterschiede kennzeichnen „Ersatzprodukte“ zur Arbeitskraftsicherung. Vor allem kann der Makler die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung (Dread Disease) nicht ins Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit des Status „berufsunfähig“ im Sinne von BU-Bedingungen setzen. Dafür ist die Wissenschaft zuständig – und die Politik. Zu wünschen ist, dass Wissenschaft und Politik bald eine enthaftende Beratungsgrundlage für Versicherungsmakler schaffen.

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