Makler und Versicherer suchen BU-Alternativen

Berater Versicherungen Top News von Markus Rieksmeier

Top-BU-Schutz wird für Akademiker immer günstiger und für Handwerker fast unbezahlbar. Ein Weichen stellender Aufsatz beschreibt die Situation. Versicherer und Makler sind aktuell auf einer gemeinsamen Suche, Arbeitskraftsicherung für alle zu gewährleisten.

Alle Jahre wieder erlebt die Versicherungswirtschaft große Weichenstellungen. Dazu ein historisches und ein aktuelles Beispiel: Vor fast zehn Jahren stand das Alterseinkünfte-Gesetz vor der Tür und der Vertrieb stand vor der Frage, wie man ab 1. Januar 2005 die alten und neuen Produkte zueinander sortiert. Vor allem ging es um die Rendite nach Steuern bei der Privatrente, der Betriebsrente (Entgeltumwandlung), der Riester-Rente und – damals neu – der Rürup-Rente. Zu dieser Frage hat Prof. Klaus Jaeger von der FU Berlin im Herbst 2004, also am Vorabend des Alterseinkünfte-Gesetzes, eine Untersuchung veröffentlicht: „Auf die Rendite nach Steuern kommt es an“. Im Grunde hat Jaeger damals eine Denkschrift und Blaupause für die Kundenberatung geliefert.

Aktuell wird die die Fachwelt um eine ähnliche, durchaus epochale Denkschrift bereichert, diesmal zum Thema Berufsunfähigkeit (BU). Der Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg, Michael Franke, fragt in Form eines Aufsatzes: „Schafft die BU sich selbst ab?“. Franke diagnostiziert dort einen Preiswettbewerb der BU-Versicherer, nachdem der Qualitätswettbewerb entschieden zu sein scheint. Trotz aller Kritik am kürzlich erschienen BU-Vergleich von Finanztest, bei dem 75 Prozent aller Anbieter ein „sehr gut“ ernteten. Wenn man die wichtigsten Kriterien zugrunde legt, dann bieten die BU-Versicherer inzwischen Versicherungsbedingungen auf vergleichbar hohem Niveau.

Berufsunfähigkeitsschutz wird zum knappen Gut

„Aber eine BU-Versicherung zu bekommen wird für Viele immer schwieriger“, das ist Frankes Kernerkenntnis, weil die fortschreitende „Ausdifferenzierung“ der Berufsgruppen, wie er es nennt, bei den Berufsgruppen eine Schere zwischen Akademikern und Handwerkern aufgehen lässt: Die universitär gebildeten Anwälte, Apotheker und Anwälte zahlen immer weniger für die BU-Police; die Handwerker immer mehr. Genauer zahlen immer weniger Handwerker für eine BU-Police, weil sie sich diesen Schutz nicht mehr leisten können. So plädiert Franke dafür, auf die so genannten Top-Leistungen verzichten, wenn diese für den Kunden nicht bezahlbar sind. Vielmehr solle gerade für höher belastete Berufe und Personen eine bezahlbare Absicherung der Arbeitskraft ermöglicht werden.

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