IVG Immobilien im Schutzschirmverfahren

Sachwerte von Markus Rieksmeier

Die schwer angeschlagene IVG Immobilien AG will sich in einem Schutzschirmverfahren vorläufig selbst sanieren. Dafür bleiben der mit vier Milliarden Euro verschuldeten IVG drei Monate Zeit. Der Großaktionär Mann reduziert derweil seine Anteile.

Die ohnehin dramatische Lage der IVG Immobilien AG hat sich weiter verschärft. Jetzt hat das Amtsgericht Bonn einer Mitteilung der IVG zufolge die „Durchführung einer Sanierung in Eigenverwaltung unter Nutzung des Schutzschirmverfahrens“ genehmigt. Als Sachwalter, eine Art Insolvenzverwalter in spe, sei der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg von der Kanzlei bestellt worden. Der Schutzschirm gewährt der IVG nun drei Monate lang Gläubigerschutz. Das bedeutet, die Gläubiger dürfen vorläufig keine Insolvenz beantragen.

Die Öffnung des Schutzschirms steht im Kontrast zu Meldungen vor zwei Wochen als eine Rettung der IVG in Aussicht schien. Sollten sich die Gläubiger während der Schutzschirmfrist nicht doch noch abschließend einigen, droht Ende November die Insolvenz. Ein Zeichen setzte jetzt der Karlsruher Großaktionär und vormalige Eigentümer der Möbelkette „Mann Mobilia“, Johannes Mann. Nach Angaben von „Der Aktionär“ auf seiner Internetseite hat Johannes Mann seinen Anteil an der IVG von 15 auf unter 10 Prozent reduziert. Materiell macht dies für Mann kaum einen Unterschied, weil die Aktien der IVG nur noch sieben Cent wert sind. Vor sechs Monaten notierten die Papiere noch mit 2,40 Euro. Insgesamt lasten auf der IVG vier Milliarden Euro Schulden.

Foto: IVG