DFV zieht umstrittenes Werbeplakat zurück

Versicherungen von Rainer Kreuzer

„Soll Ihre Tochter Altenpflegerin werden oder freie Berufswahl haben?“ Mit dieser ethisch zumindest grenzwertigen Frage auf einem Werbeplakat hat die Deutsche Familienversicherung einen Proteststurm in der Pflegebranche ausgelöst.

Die Versicherung hat nach Protesten versucht, ihren Slogan nachträglich zu erklären, und das umstrittene Plakat aus dem Verkehr gezogen. Auf dem Bild des Plakats wird ein Mädchen gezeigt, das an einer Schulbank sitzt und schreibt. Darunter steht der provokante Spruch, der im Schaufenster eines Bamberger Versicherungsmaklers für Empörung sorgte. „Mit diesem Plakat verunglimpfen Sie eine ganze Berufsgruppe“, schimpfte die Altenpflegeschule der Caritas. „Es wäre sehr nett, wenn Sie diese Art diskriminierender Werbung nicht länger verwenden würden; wir machen uns ja auch nicht über den Beruf des Versicherungsmaklers lustig.“

Die DFV erklärte, dass es sich bei dem missverständlichen Satz um eine Werbung für die private Pflegeversicherung handelte: „Sorgt man nicht vor, müssen Kinder und Angehörige diese Kosten und unter Umständen auch die Pflege selbst übernehmen. Eltern sollten daher auch im Sinne ihrer Kinder Vorsorge treffen.“

Mit einem anstößigen Werbeplakat hatte sich erst kürzlich der Autovermieter Sixt die Aufmerksamkeit der Medien verschafft. Er hatte den freigelassenen Psychiatrieinsassen Gustl Mollath ohne dessen Einverständnis abgebildet und ihm einen Werbespruch als Zitat untergeschoben, worauf dessen Anwalt aktiv wurde. Das Plakat ist danach wieder von der Bildfläche verschwunden. 

Foto: DFV

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