Altersvorsorge: Frauen wollen Klartext

Berater von Carla Fritz

Frauen, die Frauen bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge beraten. In Hamburg kommt das Konzept der FrauenFinanzGruppe gut an. Die Maklerfirma hat Zulauf – auch in der Finanzkrise und inzwischen auch von Männern.

Vernachlässigen Frauen ihre Altersvorsorge, wie eine Studie im Auftrag der R+V jüngst erst wieder nahe gelegt hat? – „Das glaube ich nicht. Viel eher, dass Frauen oft keine Lust auf dieses Thema haben, weil ihnen niemand Lust macht, ihre Altersvorsorge selber zu planen“, antwortet Versicherungs- und Finanzmaklerin Nathalie Aulbach (Foto) von der FrauenFinanzGruppe, Hamburg.

Das Maklerunternehmen hat sich schon mit Gründung 1989 durch Susanne Kazemieh, die die Firma bis heute führt, auf Vermögensaufbau und Alterssicherung von Frauen spezialisiert. Ausschließlich Fachfrauen – aus dem Bank- und Versicherungsbereich – kümmern sich dort um die Geldanlagen und Versicherungen der Kundinnen. „Wir brauchen dazu aber keine speziellen Frauenprodukte. Wir brauchen einfach eine Kommunikation auf Augenhöhe, und die muss bedarfsgerecht sein“, sagt Vizechefin Aulbach.

Dialog statt Monolog und ein positiver Zweck

Frauen, das ist ihre Erfahrung, mögen „Klartext“. Das heißt: „Wir schauen nicht zusammen stundenlang in irgendwelche Rechner, auf Tabellen oder Statistiken. – Wir reden, schauen erst mal, wie ‚tickt’ die andere? Dann, wie ist der Status quo, welche Wünsche hat diejenige – mittel- wie auch langfristig? Im Vordergrund steht nicht die Produktvermittlung, sondern die Beratung“. Natürlich geht es dabei zugleich konkret um harte Fakten: Risiken, Kosten, Rechte, Pflichten. „Das muss alles geklärt werden“, doch eben im Austausch. Das macht nach ihrer Einschätzung für Frauen den wesentlichen Unterschied etwa zur Bankberatung, „wo sich Berater vor allem oft gern selbst reden hören“.

Noch ein Spezifikum in der Beratung: Fast jede Frau möchte eine flexible Altersvorsorge, was mit heutigen Produkten auch möglich sei. Biografien heute sind durch viele Veränderungen – wie Umzüge, Auslandsaufenthalte und auch zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit – geprägt, bei Frauen zusätzlich stark durch die Familie. Da sei es wichtig, dass man sich „nicht mit Verträgen knebelt“.
Sehr häufig nachgefragt wird bei den Hamburger Maklerinnen außerdem eine nachhaltige Altersvorsorge. „Frauen wollen ganz oft mit dem, was sie dann sparen, einen positiven Zweck erfüllen. Nicht nur für sich, sondern auch für andere“, erklärt Nathalie Aulbach. „Sie möchten, dass bei der Anlage auch ethische und ökologische Kriterien berücksichtigt werden“.

Seite 2: Vom kleinen bis zum großen Budget