WDR: Steuerpläne der Linken belasten Geringverdiener

Panorama von Markus Rieksmeier

Der WDR hat die Steuerpläne der Parteien nachgerechnet. Ergebnis: Geringverdiener würde der geplante Steuertarif der Linken erheblich stärker belasten. In der Sendung „Plusminus“ startet der WDR eine Wahlserie: „Die Parteien und mein Geld“.

Zur Bundestagswahl bringt das WDR-Wirtschaftmagazin „Plusminus“ eine fünfteilige Wahlserie: „Die Parteien und mein Geld“. Für die Auftaktsendung am 31. Juli hat die Redaktion den Schwerpunkt auf die Steuerpolitik der Parteien gesetzt. Laut einer Pressemitteilung hat die Redaktion die Wahlprogramme der Parteien verglichen und vorab Rechenergebnisse präsentiert: Würden die Steuerpläne der Linken Wirklichkeit, dann müsste eine vierköpfige Familie mit einem Alleinverdiener und jährlich 24.000 Euro Bruttoeinkommen künftig 1.300 Euro pro Jahr Steuern zahlen - bis sei dieses Einkommen von der Steuer freigestellt. Dies habe der Wirtschaftsforscher Prof. Michael Hüther für die Redaktion von „Plusminus“ ermittelt. Hüther ist Präsident des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln. Umgekehrt würden die linken Steuerpläne Doppelverdiener mit einem Einkommen von 120.000 entlasten, obwohl die Linke eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 53 Prozent plant.

Rot-grüne Steuerpläne

Grüne Steuerpläne sehen die Abschaffung des Ehegatten-Splittings ab einem Gesamtbrutto von 60.000 Euro pro Jahr vor. Dadurch würden laut „Panorama“ Familien mit einem geringeren Einkommen nicht belastet: „Die Entlastungen im Bereich des unteren Tarifs der Einkommensteuer sind sicherlich überlegenswert, so wird Prof. Hüther zitiert. Zu den fiskalischen Plänen der SPD zitiert der WDR Prof. Rudolf Hickel vom ebenfalls arbeitgebernahen Bremer Institut für Arbeit und Wirtschaft: „In der Summe dessen, was da entlastet wird, fehlen dem Staat am Ende über 3,7 Milliarden Euro“. Dies bezieht sich auf Steuer-Mindereinnahmen durch die Abschaffung der so genannten kalten Progression im Steuertarif.

Die ausführlichen Informationen in der Sendung „Plusminus“ am Mittwochabend: Das Erste, 21:45 Uhr. Die nächsten Sendungen der Wahlserie werden am 7., 14. und 28. August sowie am 11. September ausgestrahlt.

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