Vermögenszuwachs: Finanzberatung tut not

Berater Top News von Markus Rieksmeier

Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank ist das Geldvermögen der Bürger von Januar bis März um über 52 Milliarden Euro gestiegen. Insgesamt verfügen die Deutschen jetzt über knapp fünf Billionen Euro. Dennoch bestehen Rentenlücken.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat die Zahlen der Deutschen Bundesbank aufbereitet und meldet jetzt einen Vermögensstand von 4.992 Milliarden Euro. Dies bezieht sich auf Bargeld, Wertpapiere, Bankanlagen und Versicherungs-Ansprüche der Bürger. Immobilen, Autos oder Kunstwerke sind nicht berücksichtigt.

Die Vermögensmehrung der Deutschen im ersten Quartal um 52 Milliarden Euro entspricht einem Zuwachs von 1,1 Prozent. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr wären das 4,4 Prozent oder 200 Milliarden. Allein um 21 Milliarden stiegen laut FAZ-Meldung die Bareinlagen bei den Banken. Weil die Menschen wegen der Finanzkrise aus verunsichert seien, „parken“ sie ihr Geld auf niedrig verzinsten Barkonten, analysiert die FAZ.

Weitere 22 Milliarden ergeben sich aus gestiegenen Versorgungs- beziehungsweise Versicherungs-Ansprüchen. Nur ein sehr geringer Teil des Vermögenszuwachses geht auf Kapitalerträge zurück - etwa 10 Prozent. Im Jahr 2012 seien es noch 30 Prozent gewesen. Ihre Schulden haben die Bürger um 0,2 Prozent abgebaut und stehen laut Bundesbank derzeit mit 1.564 Milliarden bei ihren Gläubigeren in der Kreide; das sind vier Milliarden weniger als im Vorquartal zum Jahresende 2012.

Rentenlücke fordert auch den Finanzberater

Absolute Vermögensstände sagen nichts über die Situation der Haushalte aus, erst recht nicht zur Rente: Die Ruhr-Universität Bochum hatte im April des Jahres festgestellt, dass die durchschnittliche Versorgungslücke der Deutschen bei etwa 650 Euro Nettorente pro Monat liegt. Zuvor war man von lediglich etwa 300 Euro Lücke ausgegangen. Als Versorgungs-Ziel hatte die Universität Bochum ein Netto-Versorgungsniveau von 87 Prozent des letzten Nettoeinkommens zum Maßstab genommen. Die Rentenlücke lässt sich mit einer derzeitigen Sparquote von 6,1 Prozent des Nettoeinkommens oder 161 Euro monatlicher Durchschnitts-Sparleistung nicht füllen: Dies hatte die Comdirect Bank im Mai von einem Marktforschungs-Institut feststellen lassen.

Die Erhöhung der Sparquote der Bürger ist mehr als eine mathematische Herausforderung an den Finanzberater. Dr. Peter Schmidt, vormals Vorstand im Versicherungsvertrieb und heute Unternehmensberater, sagte auf Anfrage von procontra: „Es ist nun die vornehmste Aufgabe des Versicherungsmaklers, die Kunden beim Altersvorsorgeaufbau zu unterstützen. Vorsorge tut not, auch wenn höhere Sparquoten weh tun“.

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