Rentenfonds von Allianz und Pimco dominieren

Investmentfonds von Markus Rieksmeier

Die US-Fonds-Tochter der Allianz zeigt sich in Europa stark bei den Aktienfonds. Aber vor allem bei Rentenfonds dominiert Pimco. Viel Licht und ein wenig Schatten im Fondsbericht der „Frankfurter Allgemeinen“.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat ihre Rangliste der besten Rentenfonds Europas auf den neuesten Stand gebracht. Angesichts der Pimco-„Vormachtstellung“ in ihrer Rangliste zieht das Blatt einen Vergleich zum siebenmaligen Tour de France-Sieger Lance Armstrong heran. Wie der Rennradler zeige auch Pimco „Jahr für Jahr“ eine „unglaubliche Überlegenheit“. Das legale Mittel zur Leistungssteigerung ist bei Pimco eine Person: Gründer und Boss Bill Gross (Foto), Herr über unglaubliche 1.000 Milliarden US-Dollar.

Pimco wurde im Jahr 1971 in Newport Beach, Kalifornien, gegründet und gehört seit 2000 zur Schmuck-Kollektion der Allianz-Beteiligungen. Aber diese Beteiligung soll der Allianz nicht nur Geld bringen – erst einmal ist es umgekehrt: Die Allianz muss jeden Tag viele Millionen aus ihrem großen Kapital-Sammelbecken irgendwo sinnvoll anlegen. Der Konzern verwaltet zurzeit 1,9 Billionen aus eigener Geschäftstätigkeit. Dazu gehören auch 500 Milliarden aus dem Versicherungsportfolio. Das für Dritte, also nicht Versicherungskunden, verwaltete Vermögen beläuft sich laut Geschäftsbericht des Konzerns auf weitere 1,68 Billionen Euro. Und da ist Pimco behilflich – erfolgreich.

Allianz steht drauf, Pimco ist drin

Manche Fonds wie der „Allianz Rendite Extra AT Euro“ laufen zwar auf Allianz-Ticket, werden aber von Pimco gemanaged. Aktuell landet der Fonds auf Platz vier der FAZ-Rangliste mit absolut 18 Prozent Wertzuwachs in den letzten drei Jahren. FAZ-Spitzenreiter ist der „Alliance Bernstein European Income“, der auf 23 Prozent kam (absolut in drei Jahren).

Dennoch musste auch der erfolgsverwöhnte „King of the Bonds“, wie Bill Gross auch genannt wird, Rückschläge einstecken. Von seinem 275 Milliarden US-Dollar schweren „Pimco Total Return“ haben die Anleger im Mai und Juni dieses Jahres 11 Milliarden US-Dollar abgezogen, weil US-Notenbank-Chef Ben Bernanke das Staatsanleihen-Aufkaufprogramm von 85 Milliarden Euro pro Monat „zurückschrauben“ wollte. Der Pimco Total Return ist mit rund 100 Milliarden in Regierungstitel der USA investiert.

Dieser Rückschlag ändert nichts an der Tatsache, dass Pimco-Fonds sechsmal unter den Top 20 der FAZ-Liste auftaucht, vermeldet die FAZ. Zugleich macht das Blatt aber klar, dass sie die Liste nicht selbst erstellt hat: Traditionell bedient sich die Zeitung des Fonds-Analysehauses Lipper.

Foto: Pimco

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