Altersvorsorge mit Lücken

Versicherungen von Carla Fritz

Woher kommt das Geld im Alter? – Dazu nannte die Deutsche Rentenversicherung jüngst Zahlen mit Bezug auf den Alterssicherungsbericht 2012. Die können allerdings auch nicht die Wogen glätten, die das Thema derzeit schlägt.

In den alten Bundesländern beziehen demnach insgesamt 89 Prozent der über 65-jährigen Männer Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und 91 Prozent der Frauen. In den neuen Bundesländern sind es noch 99 Prozent aller Männer und Frauen ab 65 Jahre und älter. Der höhere Anteil bei den Frauen in den alten Ländern kommt den Angaben zufolge durch Hinterbliebenenrenten zustande.

Aus verschiedenen Töpfen
Die betriebliche Altersvorsorge ist bei derzeitigen Ruheständlern bislang sehr viel weniger und im Grunde nur im Westen der Republik verbreitet. Leistungen daraus erhalten dort knapp ein Drittel der Männer ab 65 Jahre (31 Prozent), aber nur 14 Prozent der Frauen. Im Osten fällt dieser Anteil mit drei und einem Prozent faktisch kaum ins Gewicht.

Auf Leistungen aus der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes stützen sich in den neuen Bundesländern derzeit sieben Prozent der Frauen und Männer, die heute über 65 Jahre alt sind. In den alten Ländern trifft das auf zehn Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen in diesem Alter zu.
Leistungen aus der Beamtenversorgung haben im Westen zwölf Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen der Generation 65 plus, im Osten tendiert dieser Anteil – aufgrund der späteren Einführung dieser Vorsorgeform – faktisch gegen null.

Von der privaten Vorsorge aus Lebens- und privater Rentenversicherung inklusive Riesterverträgen zehren im Westen der Republik rund 40 Prozent der älteren Generation, im Osten ein knappes Drittel der Frauen und Männer über 65 Jahre.

Inwieweit sich die Gewichte hier künftig auf die unterschiedlichen Systeme und Säulen der Altersvorsorge verteilen, darüber kann derzeit wohl nur spekuliert werden. Auch wenn die Politik den Kompass auf mehr Eigenvorsorge in Verbindung mit staatlicher Förderung eingenordet hat – längst nicht jeder, der sich besonders angesprochen fühlen sollte, läuft in diese Richtung.

Seite 2: Betriebsrenten nur im oberen Einkommensbereich?!

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